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4. Der ungarische Winter-Feldzug und die octroyirte Verfassung, December 1848 bis März 1849 Th. 3 (1886) Der ungarische Winter-Feldzug und die octroyirte Verfassung, December 1848 bis März 1849
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III. 25. Opposition gegen die Verfassung.

für das die Kroaten und Serben die Waffen ergriffen hatten, war: Gleich-berechtigung. Es war damit in den westlichen Ländern der Monarchieanfangs mehr nur die sprachliche Gleichberechtigung mit dem in dieserHinsicht so stark bevorzugten deutschen Elemente gemeint. Allein im Hin-gang der Monate hatte sich die Idee auch einer politischen, einer staat-lichen Gleichberechtigung herausgebildet, ein Ziel das die aufständischenSüd-Slaven von allem Anbeginn vor Augen hatten; denn in sprachlicherHinsicht hatten diese, den ganz magyarisirten Pester Reichstag etwa aus-genommen, nicht besonders zu klagen. Aber Unabhängigkeit von derSt. Stephans-Krone, Selbstverwaltung und Selbstgesetzgcbnng, dann An-näherung untereinander, wenn nicht Verschmelzung zu einein gebietlichcnGanzen, das war es wofür sic gegen ihre Neider und Feinde die Ma-gyaren in Waffen standen. Die Führer in diesem Kampfe, Ban Jclaöiävoran, dann der serbische Patriarch, dieHelden" Stratimirovis undKniöanin, der Woiwode Kuplikac waren ihre nationalen Größen, warendie Wiedererwecker und Vorkämpfer der Süd-Slaven zu politischem Daseinund Bewusstem, zu politischer Selbständigkeit allerdings im Verbandmit den andern österreichischen Ländern und unter kaiserlicher Aegide.Aehnliche Plane hatten sich nun auch der Führer der ungarischen Nord-Slnvcn bemächtigt, namentlich der Slovakcn, und das MinisteriumSchwarzenberg-Stadion war denselben im Grundsätze nicht abgeneigt,selbst Windisch-Grätz hatte sich damit vertraut gemacht*). Da begannendenn auch die Slovcnen von einerSlovenia", von einem slovenischenKönigreich zu träumen, das an die Stelle des bisherigen KönigreichsJllyrien zu treten und alle nationalen Gebietsthcile von Kram KärntenIstrien und Süd-Steiermark zu umfassen hätte. In Prag endlich war dieorganische Verbindung der Länder der böhmischen Krone, Böhmen Mährenund Schlesien, bereits in dns März-Programm und in die an den kaiser-lichen Thron gerichtete große Petition ausgenommen worden**).

Aus diesen mitunter recht überschwänglichen Phantasien wurden sicnun, namentlich die Süd-Slaven, aufgcschreckt. Befürchtungen aller Artbegannen bei ihnen aufzustcigen, als mit dem Einmarsch der kaiserlichen

*) Bd. IV. 1, Anhang S. 46.

lieber die Idee der Gleichberechtigung ans dem Slavcn-Congrcß s. Bd. IIdieses Werkes S. 264,276; das Königreich Slovcnicn II S. 257, 263; das Ver-langen der Slovakcn nm Theilnng Ungarns nach Nationalitäten II S. 258.