Aufgeregte Stimmung über das Ereignis von Kremsier.
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auf der Kleinseite, wie man bald erfuhr, eine entschiedene Einsprache vor-bereitet wurde, als gegen Abend die Nachricht von dem Krcmsierer Er-eignisse eintrnf. Gleich der erste Eindruck bekundete die tiefe Spaltungwelche die verschiedenen Elemente der Einwohnerschaft von einander schied.Die „Siebenundsechzigcr" rieben sich die Hände und jubelten, aber nur in allerStille, die „Svornoster" und die deutschen „Gut-Gesinnten" *) schrienüber Hinterlist und Verrath. Denn habe man, sagten die Nationalen, eiltenconstitnirendcn Reichstag, welchem die böhmische Nation ein so großartigesVertrauens-Votum gegeben, dazu besessen um dessen Werk durch eine vonder Regierung beliebte Verfassung ersetzt zu sehen?! Andere sahen inder Charte einen Sieg der Adelspartci, die jetzt nicht säumen werde demunterjochten Gegner, den Demokraten, den Fuß auf den Nacken zu setzen.Die Einen wie die Andern ergingen sich in den schonungslosesten An-griffen gegen das Ministerium, vor allein gegen Bach und Helfcrt überwelche die „Deutsche Zeitung aus Böhmen" die ganze Fülle ihres Zornesausgoß. „Mroclui idlovin^" machten sich weniger mit den Personenzu schaffen und zerzausten dafür das Werk, das sie geschaffen, in so un-barmherziger Weise daß keine heile Stelle daran blieb. Wie ein Blitzaus heiterem Himmel sei der Schlag gekommen, schrieb Havel Borovsk/am 8. und fügte bei: „Wären auch diese Manifeste und was sic bringendas beste von der Welt, immer wird die Art wie es uns gebracht wardeine Treulosigkeit bleiben, und ich zweifle ob in nnserm Volke je Ver-trauen zu der gegenwärtigen Regierung Wurzel fassen wird." Dasnähere Eingehen auf den Inhalt behielt er sich vor und brachte erst einigeTage später einen Artikel, worin er die Verfassungsurkunde Abschnitt fürAbschnitt kurz und rücksichtslos, von dem Standpunkte seiner Partei aller-dings meist treffend, beurtheilte oder richtiger vernrthcilte. Im Schoßeder Slovanskä Lipa wurde in der ersten Betäubung darüber berathcnob man nicht schleunigst nach Frankfurt wählen solle. Die wüthendstenDcutschenfresser sprachen dafür; man würde dadurch, sagten sie, derRegierung neue Verlegenheiten bereiten, die Kräfte derselben zersplittern.Allein die Ansicht der Gemäßigteren überwog, daß man damit zuspät käme und sich durch die Absicht jetzt erst zu wählen nur schadenkönne
*) Bernhard Gutt, mit Dr. Franz Klier, Ncdactcnr der „Deutschen Ztg. a. B."
Hetscrt, tvcschichte Oesterreichs IV. S. 24