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III. 24. Demonstrationen in Prag.
Mit dem Abendzug 10 Uhr am 8. kamen die ersten Abgeordnetenans Kremsier an: Nenberg Havelka Klandy Äoda u. n. Am 9. umdieselbe Zeit wurden neue Ankömmlinge erwartet, eine große Menschen-menge, darunter viele Studierende, füllten den Bahnhof; als der Zugankam wurde der Reichstags-Linken ein stürmisches Hoch gebracht, welchemAndere ein „Pereat Stadion" zngesellten. Als man unter den Aus-steigenden Abgeordnete erkannte, von den Deutschen besonders ZimmerStamm, von den Böhmen Rieger, ertönten neue Begrüßnngsrnfe. Am11. abends kam Borrosch welchem die lärmendste Ovation bereitet wurde.Eine große Menge Studenten, darunter böhmische, drängten sich um ihnda er ausstieg, trugen ihn auf ihren Armen in die Vorhalle wo er einigeWorte sprach, geleiteten ihn von da in ein nahegelegencs Hotel, ausdessen Fenstern ein Wiener Legionär eine begeisterte Rede hielt. Borroschmahnte zur Ansdauer und Aufrechthaltung der gesetzlichen Freiheit, zumKampfe, aber nicht mit den Waffen in der Hand, sondern mit den Waffendes Geistes. Hundertstimmiges „Hoch", „8Iäva" tönte ihm entgegen.
In den böhmischen Kreisen mischte sich zwar mancher bittere Tropfenin den Freudentrank. Einzelne der minder einflußreichen Mitglieder desslavischen Clubs, wenn ihnen Vorwürfe über ihre Haltung im Reichstagegemacht wurden, beschwerten sich bitter über den tyrannischen Druck derseitens der Führer auf sie geübt worden sei — eine Klage die man untervier Augen schon in Kremsier hören konnte — was dann manches auf-geregte Wort gegen Palack/ Strobach Brauner zur Folge hatte. Aberdas waren doch nur dünne Wasseradern, sich verlierend in dem gewaltigbrausenden Gewogc der herrschenden Strömung, die für die Abgeordnetenund gegen die Regierung war. Und zwar war diese Stimmung eine sogewaltsam aufdringliche daß eine maßvollere Meinung dagegen nicht aus-kommen konnte und die Andersgesinnten, und deren war keine kleine Zahlin beiden nationalen Lagern, cs nicht wagten mit Kundgebungen in ihrerRichtung hervorzutrcten. Wenn man daher nur ins Auge faßte was sichöffentlich abspielte, konnte man allerdings glauben es sei die Gesammt-Bevölkerung Prags die so denke und Händlers). Um 11. März abends,der Jahresfrist seit der Versammlung im St. Wenzels-Bade, wurde eineBeseda ans der Schützcninscl, eine andere im Convicts-Saale abgchaltcn:Musik und Gesang, Reden und Trinksprüche, Släva dem Reichstag,Percat der Octroyirtcn, 2ivio Rieger, Släva Smolka. „Die Unzu-friedenheit mit JelaöiL und mit der Regierung, die Freude über die