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Welden-Fond — Haltung der Mißvergnügten.
Angelegenheit zwischen Wien und Ofen neuerdings correspondirt. DerMinister-Präsident versicherte den Marschall wiederholt, es werde, wieman es ihm versprochen, nicht ein Schritt ohne dessen Vorwissen ge-schehen ; es brauche auch darum weder von Aufhebung des Belagerungs-standes noch von Ertheilung einer Amnestie die Rede zu sein; aberanderseits lasse sich doch nicht verkennen daß jetzt der Zeitpunkt sei „derWelt zu zeigen daß der Kaiser Herr in seinem Hause ist". Allein Windisch-Grätz bat immer wieder, nichts zu verfügen bevor er sich in der Lagebefinde der Zweckmäßigkeit einer solchen Maßregel beizustimmen; auchmäße man wohl erst in Ungarn fertig sein ehe sich in der Haupt- undResidenzstadt die alten Verhältnisse Herstellen ließen.
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Wenn Baron Melden einmal die Wiener Bevölkerung lobte undsich ihr gefällig erwies, ein andermal sich über den bösen Geist beschwerteder erst aus ihrer Mitte weichen müße ehe von einem Nachlaß der Strengedie Rede sein könne, so lag darin keine Doppelzüngigkeit; es war nureine Verschiedenheit der Standpunkte den er hier und den er dort ein-nahm. Jenes galt von der überwiegenden Mehrheit die gut war, diesesgalt von Einzelnen die böses im Schilde führten und offen oder unerkanntschlimme Streiche spielten, und weil nun dieser Einzelnen, wie es janach dem so gewaltigen und so andauernden Gährungs-Processe desJahres 1848 nicht anders sein konnte, noch immer welche auftauchten,war es dein Militair- und Civil-Gouverneur, bei der ungeheuren Ver-antwortlichkeit die auf ihm lastete, kaum zu verdenken wenn er gegen einevorzeitige Rückkehr des Hofes Einsprache erhob. Denn Fälle von auf-reizenden Reden, boshafte Aenßerungen über die kundgemachte Verfassung,Schmähworte gegen den Kaiser, die Regierung, das Militair fielen immerwieder vor. Selbst in den so freudig erregten Tagen vom 7. bis 11.gab es Verhaftungen auf offener Straße die freilich in dem allgemeinheiteren Gewühle kaum von den Nächststeheuden beobachtet wurdenVielen Anlaß zu derartigen Ausschreitungen gaben die Nachrichten ausUngarn, und auch in dieser Hinsicht mußte man Weiden Recht geben,wenn er vor glücklicher Beendigung des ungarischen Feldzuges von einerAushebung des Belngerungsstandes, wobei das Erscheinen des Kaisersin der Mitte seiner Wiener kaum zu umgehen war, nichts wissen wollte.