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4. Der ungarische Winter-Feldzug und die octroyirte Verfassung, December 1848 bis März 1849 Th. 3 (1886) Der ungarische Winter-Feldzug und die octroyirte Verfassung, December 1848 bis März 1849
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III. 23. Aufnahme der octroyirte» Verfassung in Wien.

100 fl. zur Verkeilung unter die Mannschaft überreicht; der JuwelierRoss spendete der Mannschaft jeder Wachstube 5 fl. n. dgl. m.

Ueberhanpt zeigte sich große Opferwilligkeit für militairische Zwecke.Kleinere Beträge aller Art, von Einzelnen und ganzen Gemeinden,aber auch ansehnlichere Summen strömten so zahlreich ein daß Weidenan die Bildung eines eigenen Foudes schreiten konnte, aus dessen Mittelner die Zukunft der im Kriege Krüppel gewordenen armen Soldaten zusichern gedachte. Eine hiefür niedergesetzte Commission sollte nämlichan jene Gemeinden, wo sich der Invalide niederzulassen gedächte, Be-träge von 500 fl. abwärts bewilligen;um diese Summe kann ihm aufdem Lande oft ein kleines Eigenthum oder die besondere Pflege in eineroder der andern Familie verschafft werden, der Staat erspart die kost-bare Hausvcrpflegung; und ist es möglich daß ein armer Krüppel dasEnde seiner Tage noch mit einigem Frohsinn hinbringe, so ist es nurauf diese Weise". Es spornte die Patrioten, welche in dieser Richtungthätig waren, nicht wenig an daß gerade in diesen Tagen eine ZuschriftRadeckzl's an den Wiener Gemeinderath einlangte, worin sich der greiseMarschall für die Eintragung seines Namens in das goldene Buch derEhrenbürger der freien Commune Wiens als ersten derselben bedankte;die Auszeichnung war ihm durch Gemeinderathsbeschluß vom 8. Augustv. I., nach der Siegesbotschaft der Wiedereinnahme von Mailand, zu-gesprochen worden 2 ^).

Die Physiognomie der Stadt gewann von Tag zu Tag ein vor-theilhafteres Aussehen. Handel und Gewerbe zeigten ein frischeres Leben,die Fabriken entfalteten eine neue Regsamkeit, die Straßen der Stadt,in denen noch Wochen nach dem Octobcr keine Equipage zu sehenwar, erhielten allmälig ihr früheres Anssehen. Es fehlte nur die Rück-kehr des Hofes! Wie man sich in Wien erzählte, hätte Weiden einerbei ihm anfragenden Deputation des Gemeinderathes gegenüber einWort fallen lassen, das in jenem Sinne ausgelegt werden konnte.Auch hatte der Gemeinderath nicht gesäumt seinen Mitbürgern diefreundlichen Worte, die der Kaiser zur städtischen Deputation ge-sprochen hatte, in einer schwungvollen Ansprache zu Gemüthe zu führen.Ueber all dieses entstand nun das Gerücht, der Kaiser werde unter demNamen einesGrafen von Habsburg" zwar nicht nach Wien, aber nachSchönbrunn zurückkehren, das man für diesen Zweck außerhalb des Be-lagerungs-Rayons erklären würde. Es wurde iu der Thal über diese