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4. Der ungarische Winter-Feldzug und die octroyirte Verfassung, December 1848 bis März 1849 Th. 3 (1886) Der ungarische Winter-Feldzug und die octroyirte Verfassung, December 1848 bis März 1849
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III. 23. Aufnahme der octroyirten Verfassung in Wien.

begangen werden sollte. Es war ein feierliches Dankamt im Dom, welchemder junge Kaiser in Marschalls-Uniform, die anwesenden Mitglieder derkaiserlichen Familie, die Civil- und Militair-Behörden, die Gemeindever-tretung rc. beiwohnten. Nach geendetem Gottesdienst schwang sich FranzJoseph I., dessen jngendfrische ritterliche Erscheinung alle Welt mit immerneuem Entzücken erfüllte, auf's Pferd, machte an der Spitze einesglänzenden Stabes, darunter die Erzherzoge Franz Karl, Wilhelm, Fer-dinand, aus dem Ober-Ring gegenüber der alterthümlichen RathhausuhrHalt und ließ die in Parade ausgerückten Truppen, uniformirten Bürgerund Nationalgarden vorbeimarschiren 223).

Um die Mittagsstunde fand der Empfang der Wiener Deputationstatt. Die Adresse deren Wortlaut sie dem Monarchen vortrugen sprachden Dank für die verliehene Verfassung als diedurch die Hand unseresgeliebten Kaisers" geschaffene Grundlage zu demDomban eines einigenstarken freien Oesterreichs", und insbesondere für die Erklärung Wiensals Mittelpunktes des Gesammtstaates aus und schloß mit demGe-löbnis fester unerschütterlicher Treue gegen unser thenres Herrscherhaus,des festen vereinigten Zusammenwirkens unserer besten Kräfte zur Aus-rechthaltnng der uns verliehenen Constitution, zum muthvollen Wider-stande gegen alle diesem kaiserlichen Geschenke feindseligen Tendenzen".Der Kaiser erwiderte dankend für diesean den Tag gelegten Gefühle" undsagte dann:Möge Mir der allmächtige Gott in dem Maße die Kraftverleihen die Völker Oesterreichs einer glücklichen Zukunft entgegenzuführen,als es Meine Absicht und der heilige Zweck meines Lebens ist." ZumSchlüße sprach er seinen den Vertretern des Wiener Gemeindewesens be-sonders angenehmen Wunsch ans: daß es ihm bald möglich sein mögeMich in Ihre Mitte zu begeben" 22Z.

Nach beendeter Audienz eilte die Deputation den erfreulichen Ausgangihren Mitbürgern nach Wien zu überbringeu, und konnte darum nichtZeuge jener Olmüzer Stadtbeleuchtung sein, welche das nächtliche Seiten-stück zu der vormittägigen Kirchen- und militairischen Feierlichkeit bildete.Der Kaiser, seine Herren Eltern, die Erzherzoge durchfuhren in fünfoffenen Wagen die Straßen der Stadt, überall vom lauten Jubel derfreudig erregten Bevölkerung begrüßt.

Auch in Wien, dessen Bewohner der Militair- und Civil-Gonverneurfür deren loyale und maßvolle Haltung am 7 . mit einer weiteren Er-leichterung des Belagerungszustandes belohnte Promenade auf den