Illumination.
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in der Leopoldstadt immer zahlreicher, in der inner» Stadt war sie fastallgemein. Und diese Beleuchtung, was der Sache eine ungleich höhereBedeutung gab, sie war eine ans dem Schoße der Bevölkerung selbst ent-sprungene, eine vollkommen freiwillige, keine von oben befohlene oderauch nur angedeutete. Im Gegentheil, Weiden konnte eine derart in dieNacht hinein währende Kundgebung einer im Belagerungsstande befind-lichen Stadt nicht einmal gern sehen und soll in der That, wie man sicherzählte, einer bei ihm darüber uachfragenden Deputation von Bürgernin diesem Sinne geantwortet haben. Aber er untersagte es nicht geradezu,und so ließen sichs die Leute nicht nehmen, ihrer Freude, ihrer Dankbarkeitfür den Monarchen und dessen Regierung sichtbaren Ausdruck zu geben.Weiden beschränkte sich darauf den Sicherheitsdienst zu verstärken undmehr Streifwachen als sonst durch die Straßen ziehen zu lassen. Manhat aber nicht vernommen daß irgend ein Anlaß zu militairischem Ein-schreiten gegeben worden sei, obwohl es ja begreiflich war daß unter denMassen die in buntem Gewühl die Plätze erfüllten, durch die engenStraßen sich drängten, auch Gruppen von Mißvergnügten waren; alleinder allgemeinen Befriedigung gegenüber getrauten sie sich nicht ihremUnmuth offenen Ausdruck zu geben und zerstreuten sich schnell wennsie eine Patrouille um die Straßenecke herannahen sahen. Es war eineherrliche Nacht. Die Mondsichel glänzte vom reinen Himmel herab undschien mit ihrem erborgten Glanze den künstlichen Glanz unten wett-machen zu wollen, während die wogende Menge an dem einen wie andem andern ihre Freude hatte und nicht minder lebhaftes Treiben dieGast- und Kaffeehäuser erfüllte, bis die „Welden-Stunde" an ein sitt-sames Nachhausegehen mahnte^?). Am nächsten Abend bekam man ineinigen Vorstädten eine nachträgliche Beleuchtung zu verzeichnen; dieBewohner derselben waren vielleicht am 7. durch ihre schaulustige Pilger-schast in die innere Stadt abgehalten worden ein gleiches zu thuu.
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Der größte Theil der böhmischen Abgeordneten, mit ihnen mehrereaus den deutschen Provinzen, die Kremsier in der Nacht vom 8. zum 9.verlassen hatten und am frühen Morgen Olmüz passirten, vernahmen dieKanonensalven die von den Wällen der Festung in die Umgegend hinaus-donnerten, derselben verkündend was in der alten Fürstenstadt heute festlich
Helsert, Geschichte Oesterreichs. IV. S. 23