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4. Der ungarische Winter-Feldzug und die octroyirte Verfassung, December 1848 bis März 1849 Th. 3 (1886) Der ungarische Winter-Feldzug und die octroyirte Verfassung, December 1848 bis März 1849
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Hüfner Kudlich Bioland.

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daselbst in sehr strenger Haft nahezu fünf Monate gesessen. Er durftenicht einmal in den Hof um Bewegung zu machen und wurde die ganzeZeit nicht zum Verhör vorgerufeu. Vielleicht hat er schon von dort ausgeheime Anknüpfungen mit der Wiener Polizei gesucht und gefunden;denn auf einmal war er frei. Der Commandant der ihm seine Entlassungankündigte fügte bei, er könne ihm nichts besseres ratheu als sich zu er-schießen. Häfner aber fand eine andere Auskunft. Von allem entblößtkam er nach Leipzig wo er in den Flüchtlingskreisen gut ausgenommenwurde. In aller Stille aber scheint er gleichzeitig durch das kaiserlicheGeneral-Consulat seine Fühlung init Wien warm erhalten zu haben, weilschon damals manche seiner scheinbaren Genossen gegen ihn Verdachtschöpften. Es dauerte auch nicht lang daß er in Paris anftauchte, woalle Welt darüber einig war daß der ehemalige Herausgeber des politischungebundensten aller Wiener Journale in geheimen Diensten stehe die ihmgut gezahlt würden. . .

Kudlich und Violand waren von Chropiu, wo wir sie verlassenhaben, nordwärts gewandert, hatten sich auf einem Kahn ans andereUfer der Beöva bringen lassen und von Hof aus die schlesische Gräuzeüberschritten. Abseits von Bcnnisch, dem Hauptort seines Wahlbezirkes,hatten sie im Schutz der Dunkelheit Kudlich's Schwager Kromer, Besitzerder Mittelmühle, ausgesucht und dort eine ruhige Nacht zugebracht. SeineEltern zu sehen durfte Kudlich nicht wagen, weil ihm Violand mitGrund vorstellte, dort würde man ihn am allerersten aufsnchen, wennnicht schon in diesem Augenblicke jemand in der Nähe auf der Lauerliege. Die beiden Schicksalsgenossen verfügten sich also, Lobenstein auf eineWegstunde nordwärts lassend, über Brannsdorf nach Skrochowitz zu Sterz,bei dem sich, wie wir uns erinnern, auch Füster aufgehalten hatte, über-setzten in der Nähe die Oppa und wandcrten nach Branitz, dem preußischenGränzdorf, wo Kudlich von seinem aus Lobcnstein herübcrgekommcnenVater Abschied nehmen konnte. Ueber Leobschütz ging es dann weiter nachBreslau wo jedoch ihres Bleibens nicht war. Der Commandant der dor-tigen Volkswehr Dr. Engelmanu erklärte für ihre Sicherheit nicht cin-stchen zu können; wisse er doch selbst nicht wie lang er in der Stadtbleiben werde. Sie fuhren nach Leipzig wo sie sich trennten, Violandwandte sich nach Hamburg, Kudlich nach Frankfurt*).

') Kudlich III S. 253258.