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III. 22. Auseinander!
reichischer Seite sogleich die Auslieferungs-Verhandlung eingeleitet werde,im Namen des Stadtrathes die Verpflichtung übernommen für strengeBewachung des Verhafteten zu sorgen. Doch die Obhut war eine sehrlaxe. Ein Theil der Bürgerschaft war gegen die Gefangennahme, zweiWiener Journalisten und mehrere polnische DsPAtirtc die sich bei Fitstereinfanden, überhäuften den Bürgermeister mit Borwürfen. Fitster warinzwischen der Schrecken in die Gedärme gefahren, er klagte über Leib-schmerzen, der eine lief um den Arzt, der zweite um die Medicin, eindritter hals ihm sich anskleiden. Das währte so bis zum Abend, sein Zimmerwurde nicht leer von Besuchern. „Da wanderte, ich weiß nicht wie, meinPaletot aus dem Zimmer, desgleichen meine Leibwäsche. Ich stand auf,ging ebenfalls zur Thür hinaus, über ineine Krankheit klagend, und batden Polizeimann mir zu erlauben mich in den ersten Stock hinunter zubegeben, zur bequemer» Erleichterung meines Nebels. Er erlaubte es mir.Als ich hinunter kam wies man mich durch einen Gang in einen Hofund daselbst in einen bereitstehenden Wagen, wo ich meinen Paletot fandlind einen Beschützer an meiner Seite. Wir fuhren wie der Blitz durchRatibor" u. s. w. J„ Breslau führte ihn ein Journalist, den er vonKremsier ans kannte und der ihm in Ratibor gute Dienste geleistet hatte,zu einem Schriftsteller bei welchem er zu seiner großen Freude mit demeinen Tag früher dort angekommeuen Goldmark zusammentras. Gold-mark's Ankunft in Breslau war nach Wien an den Grafen Stadiontelegraphirt worden; gleichwohl wurde er nicht weiter verfolgt. Er weilteeine Zeit in Leipzigs») und fand später seinen Weg über das großeMeer in die — neue Welt. Fitster, der noch immer nicht ans seinerTodesangst heraus war, ging es viel schlechter. Er schlug Landwege einum nach Sachsen zu kommen, wurde bei böser nächtlicher Fahrt ganzdurchnäßt und zitterte vor Kälte: „Meine Phantasie war auf eigentüm-liche Art erhitzt, ich wußte oft nicht ob die mir vorschwebenden verschie-denen Menschengruppen, Schlüßen und dergleichen Dinge Wirklichkeit seienoder ob ich träumte." Endlich gelangte er nach Dresden und von da nachLeipzig, wo er sich in den Kreisen der Wiener October-Flüchtlinge sicherund behaglich fühlte. Seine weitern Schicksale gehören nicht hieher.
Auch Leopold Häfner befand sich in Leipzig. Er war vom BrünnerSpielberg *) nach der Festung Josephstadt gebracht worden und hatte
*) S. Bd. I dieses Werkes S. 125.