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4. Der ungarische Winter-Feldzug und die octroyirte Verfassung, December 1848 bis März 1849 Th. 3 (1886) Der ungarische Winter-Feldzug und die octroyirte Verfassung, December 1848 bis März 1849
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Was die Kremsierer Flüchtlinge betrifft so sind wir am genauesten überdie Abenteuer Füster's unterrichtet. Auf dem Bauernwagen der ihn außer-halb Kremsier erwartete fuhr er bei fünf Stunden landeinwärts, wie esscheint, mit der einzigen Richtschnur: Olmüz zu vermeiden. So kam er amandern Tage nach Mährifch-Neustadt und wandte sich von da gegen Stern-berg, vor dessen Thoren er einkehrte. Er verschaffte sich einen Wagen nachTroppau, durchfuhr Sternberg den Hut tief ins Gesicht gedrückt damit ihnkeiner der Nationalgarden entdecke die ihn im Sommer zuvor in der Wiener-Aula gesehen hatten, und kam nach Bärn (Beroun) wo er einen Förstertraf dernach Herzenslust" über den Reichstag schimpfte, aber dem ka-tholischen Geistlichen, den er in dem unbekannten Herrn erkannt habenwollte, großen Respect bewies.Hätte der gute Mann", bemerkt Füstcrin seinenMemoiren" ganz naiv,gewußt wer vor ihm stand, der Re-spect würde wohl etwas nachgelassen haben." In Dorf-Teschen wo er zunächtigen beschloß gab sich Fitster für einen Piaristen aus, der sich seit kurzemim Convente von Proßnitz befinde und aus einer Erholungsreise begriffensei. Am 9. ließ er in Groß-Herrlitz, etwa eine Meile vor Troppau, linksabbiegen, gewann in nördlicher Richtung die Jägerndorfer Straße und sprachin Skrochowitz bei dem Wirthschaftsbesitzer Maximilian Sterz, ehemaligemReichstags-Abgeordneten, ein, der ihm dringend rieth sich so schnell alsmöglich aus dem Staube zu machen. An einer einsamen Stelle übersetzte erdie Oppa und fühlte sich erleichtert als er die österreichische Gränze hintersich hatte.Ich ging auf das nächste Dorf zu mit einem Wonnegefühlohne gleichen; mit Freuden begrüßte ich die schwarzweißen Farben. Ich trafBauern auf dem Felde. Ich grüßte sie auf ächt katholische Art, gab vordaß ich in der Nähe von Ratibor am Sonntag an Stelle eines Pfarrersder erkrankt sei den Gottesdienst abhalten sollte, daß sie mir einen Wagenverschaffen möchten", was die guten Leute mit aller Bereitwilligkeit thaten.Allein man war ihm bereits aus der Spur. Als er am 10. um 8 Uhrmorgens in Ratibor, wo er sich ganz sicher meinte, seinen Gasthof ebenverlassen wollte, wurde an seine Zimmerthür geklopft und herein tratendrei uniformirtc Herren die ihn um seinen Namen fragten und ihn ver-haften zu müßcn erklärten. Es waren der Kremsierer National-Garde-Officier Joseph Gabesam der mit dem Ministerialen Haftbefehl auf Füster'sFährte ausgeschickt war, und der dirigirende Polizei-Ober-Commissär FranzHartmann aus Troppau in Begleitung des preußischen Polizei-Commissärsvom Orte; der Bürgermeister hatte, unter der Bedingung daß von öfter-