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III. 22. Auseinander!
Fischhof und Prato wurden, in Wien angekommen, jeder in einembesonderen Wagen erst nach der Hofburg gefahren wo das Civil- undMilitair-Gouvernement seinen Sitz hatte, und von da in das Polizei-Gebäude in der Sterngasse gebracht. Am 13. März, an dem Tage woer ein Jahr früher seinen Namen zuerst bekannt und bald berühmt ge-macht hatte, wurde Fischhof in das Crimiual-Gebäude überführt. Seineund Prato's Verhaftung erregte in weitesten Kreisen gerechtes Aufsehen,weil niemand zu sagen wußte warum der Arm der Gerechtigkeit geradeauf diese zwei Abgeordnete gegriffen habe. Die aberwitzigsten Gerüchtelösten einander ab. Von Fischhof wollten einige wissen er habe sich mitder ungarischen Aufstandspartei, von Prato er habe sich mit Carlo Al-berto in hochverräterischen Verkehr eingelassen. Andere erinnerten anPrato's Sendung in das Lager des Banns; in die Stadt zurückgekehrthabe er mit Vorbedacht die Zahl und Beschaffenheit des kroatischenCorps herabgesetzt und dadurch wesentlich beigetragen daß der Widerstandder Wiener im frischen Athem erhalten wurde. Fischhof sollte überdiesdadurch gravirt sein daß er und Goldmark im Bunde dem gerichtlichverfolgten Dr. Emperger aus Grätz geheimen Aufenthalt in ihrer Woh-nung gegönnt hätten*). Oder wurden sie blos wegen ihrer Theilnahmean der reichstäglichen October-Permanenz zur Verantwortung gezogen?Aber waren dann nicht alle, welche Mitglieder dieses Ausschußes ge-wesen und folglich bei dessen Entschließungen mitgewirkt, darunter Schu-selka Catinelli Lasser, zur gleichen Verantwortung zu ziehen? Oder war esnur auf die Thätigkeit dieser Permanenz in den letzten October-Tagenabgesehen? . .^ Prato hatte den Wienern nicht näher gestanden; alleinfür Fischhof nahm die ganze Stadt Partei, weil man ihm Ruhe undBesonnenheit nachrühmte womit er bei mehr als einer Gelegenheit manchesUnheil verhütet hatte, so daß ihn, wie seine Freunde hervorhoben, wegendieser seiner gemäßigten Haltung die radicale Presse wiederholt heftigangegriffen habe. Uebrigeus wurden die beiden Gefangenen gut behandelt,bekamen Zeitungen zu lesen, durften Besuche empfangen, und bald liefenGerüchte um daß sie auf freien Fuß gesetzt werden sollten. In der Thaterfolgte dies mit Prato schon nach wenig Tagen, allerdings zugleich mitder Weisung Wien sogleich zu verlassen.
2) S. meinen „Alahü Fischer" Oesterr. Jahrbuch 1885 S. V6 s. und Buch-ausgabe Juusbruck 1885 S. 66 f.