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4. Der ungarische Winter-Feldzug und die octroyirte Verfassung, December 1848 bis März 1849 Th. 3 (1886) Der ungarische Winter-Feldzug und die octroyirte Verfassung, December 1848 bis März 1849
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314 III. 19. Schluß der Berhcindlungcu über die Religious- u. Kirchcn-Frage.

der s. g. Staatskirche, nämlich den hierarchischen, nicht so sehr jenerschlichte Schuh drückt in welchem sie im Weinberge des Herrn arbeitensoll, als vielmehr der souveraine Pantoffel den sie nach wie vor von denwarmen Küssen gläubiger Huldigung bedeckt wissen möchte". Der einzigrechtmäßige Organisationskreis der freien Kirche im freien Staate seidie freie Gemeinde; die Kirche brauche sich dessen nicht zu schämen, dasie ja selbst vor achtzehnhundert Jahren mit der Losung: Freiheit Gleich-heit Brüderlichkeit vorangegangen sei. Die Kirche sei nicht mehr dieHierarchie von ehedem mit ihrem 1'sAliso o'sst moi, sondern die Ge-sammtheit der Gläubigen, und darum könnten auch nur die Gläubigen inden Local- und Diöcesan-Gcmeinden als die rechtmäßigen Eigcnthümeralles Kirchen- und Klostervcrmögens angesehen werden.Mögen das jenewohl bedenken, die im jetzigen Momente das kirchliche Leben zur hierarchi-schen Mumie machen wollen um es in nntura. zu erhalten, und nur imGeiste Petri zu handeln glauben wenn sie alles pctrificiren."

Der schwülstige und übermäßig ausgesponnene Vortrag, der selbstvon der Linken nur mit sporadischen Bravos, und bei den.Stellen diegegen denHerrn Abgeordneten für Tachau" zielten mitHeiterkeit" undLachen" unterbrochen wurde, hatte die Geduld der Versammlung erschöpft,so daß sie jetzt den Schluß der Debatte mit Majorität anuahm, woraufCajetau Mayer gegen und W. W. Toinek für den Ausschußantrag als General-Redner gewählt wurden, die sich ihrer Aufgabe ohne besondere Theilnahmeentledigten. Nach Unterbrechung einer halben Stunde um die Beleuchtungdes Hauses zu bewerkstelligen und nach einer mit stürmischem Beifallaufgenommenen Einladung des Präsidenten an die Mitglieder des Hauses,sich am 15. Märzum diesen denkwürdigen Tag ans eine feierliche, einewürdige Weise zu begehen" zu einem feierlichen Gottesdienste vor ll Uhrvormittags im Saale einzufinden und von da sich in die Kirche zu be-geben, betrat Nieger als Berichterstatter des Constitutions-Ausschußes dieRednerbühue. Es war eine seiner bedeutendsten oratorischen Leistungen,getragen von Geist und vielseitigem Wissen, gewürzt mit Humor undschlagfertigem Witz, aber ebenso reich an Trugschlüßen und Spitzfindig-keiten, und leider nicht frei von den unzartesten Ausfällen gegen Insti-tutionen der Kirche und von höchst verletzenden Anspielungen auf diePersönlichkeit des hohen Kirchenfürsten, der mit so großer Liberalität seineKremsierer Residenz demselben Reichstage eingeräumt hatte in dessenNamen der Abgeordnete für Eisenbrod das Wort führte. Er begann mit