Bielecki — Kanski — Prato.
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Zugeständnissen an die Liberalen bezüglich der Einflußnahme der Pfarr-gemeinden. Bielecki schritt auch zu einer Begründung seines Antrages,wobei er in scharfer und dabei witziger Weise die Ausfälle Pinkas' zurück-wies. Gegen wen sei diese Glut, diese Entrüstung, dieser Ingrimm ge-richtet? „Gegen die katholische Kirche — im Mittelalter! Wenn der Herr-Abgeordnete für den dritten Wahlbezirk Prags seine Standrede vor drei-,vierhundert Jahren in einem Concil als orator ro^ins gehalten hätte;wenn er mit seiner Vertheidigung des Doctor Hns vor den ConstanzenVätern aufgetreten wäre, da würde sie mehr am Platze gewesen sein undvielleicht ihre Wirkung nicht verfehlt haben" (Heiterkeit. Zur Sache!). „Aberdie Manen der Gregore, Heinriche und Barbarossen heraufbeschwören umjetzt mit ihnen zu schrecken, scheint mir doch etwas trox tnrä." Manschedie heutige katholische Kirche an! Trete sie noch „im purpurnen Herrscher-gewande des Mittelalters, in gebieterischem Hochmuthe" auf? Erscheinesie nicht vielmehr an der Schwelle dieses Hauses „als eine gebeugte undgedemüthigte Magd" (Bewegung) um jenen Antheil an der Freiheit zuerbitten den die Versammlung allen andern Staatsbürgern gewähre?!Dncks si-Ao tantas nniinis eoolsstibns irns?" Der Abgeordnete für dendritten Wahlbezirk Prags behaupte daß die katholische Kirche die ihr ge-währte Freiheit misbrauchen könne, ja misbrauchen werde? Woher wisseer das? Habe er damit schon ein Experiment machen lassen? Und woherhabe er die andere Ueberzeugung daß die Bürger die Freiheit, denen erdieselbe mit vollen Händen zu ertheilen gesonnen ist, nicht misbrauchenwerden? Bielecki vertheidigte sodann in längerer Auseinandersetzung dieAnträge Wierzchlejski's gegen die Entstellungen des Prager Abgeordnetenund schloß mit den Worten: „Wollten Sie aber irgend ein Ungethümvon Verbesserungsantrag anuchmen" (Lachen), „dann würde ich Ihnenschon den Z. 15 nach dem Ausschuß-Anträge empfehlen; denn er befiehltwenigstens nichts und verspricht nichts, sondern läßt alles in der Schwebe"(Heiterkeit).
Nach Biclccki's Rede beantragte Neuwall „Schluß der Debatte!"Aber von der Linken ertönte „Nein, nein!" Auch hatte der Präsidentdem Abgeordneten Adolph Purtscher, Onnci. Noä., das Wort bereits cr-thcilt, der nun in einer von Bildern und Vergleichen strotzenden Rededen Weg besprach um „den Oesterreicher und Christen von ehedem in denMenschen von jetzt zu übersetzen". Wenn man in die Eingaben der Bi-schöfe blicke erhalte man den Eindruck „daß leider einen großen Theil