Polen und Ruthenen.
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Schutz, was Zicmiaikowski außer Raub und Baud brachte. Als Riegcrde» Satz ausführtc polnisch und rnthenisch seien zwei Sprachen, beideNationen grundverschieden, rief ihm Zicmiaikowski gereizt dazwischen: „Ichhabe mich in Angelegenheiten die ich nicht verstehe nicht gemischt; thnnSic das gleiche, Sie verstehen hievon gar nichts." „Ich bitte cs zu be-herzigen", entgcgnetc Riegcr, „daß ich beide Sprachen kenne. DreiMillionen Russinen leben in Oesterreich, dreizehn in Rußland. MeineHerren, ein Volk von 16,000.000 Seelen bleibt, Sie mögen machenwas sie wollen. Wird den Ruthenen hier nicht geholfen so werden siesich wo anders hin zu wenden wissen, und beherzigen Sie cs wohl, meineHerren, Sie werden hiedurch nicht blos das politische Element, nicht nurOesterreich, Sie werden auch die Freiheit mit Verlust bedrohen" *).
Trotz dieser beredten und den thatsächlichen Verhältnissen durchausentsprechenden Auseinandersetzung Ricgcr's blieb der Antrag Jachimowiczmit 3 Stimmen gegen 22 in der Minorität. Achnlichcs Schicksal hattendie Anträge Gorinp's ans Selbständigkeit der Grafschaft Görz und Ratz'auf jene von Vorarlberg, wogegen Scholl mit seinem Anträge für Kärnten,Lasser mit jenem für Salzburg, Hein für Schlesien und, wie wir unserinnern, Tnrco mit dem seinigcn für Süd-Throl als Sieger hervor-gingcn, so daß die vom Constitntions-Ansschnße beschlossene Gebietscin-thcilnng nun diese war: Böhmen; Galizien mit der Bukowina; Nieder-Oesterrcich; Oesterreich ob der Enns ohne das Jnnvicrtel; Salzburg mitdem Inn-Viertel; Steiermark; Kärten; Krain; Schlesien; Mähren; Dentsch-Throl mit Vorarlberg; Wälsch-Throl; Küstenland mit Görz; Dalmatien— im Ganzen vierzehn „selbständige und untrennbare Reichsländer" **).
Noch gab es eine Meinungsverschiedenheit, und dazwischen eine kleineHechelei zwischen dem „Groß-Schlcsier" und den Böhmen, wegen derReichssarben. Hein meinte nämlich: Schwarz und Gold seien die ur-alten Farben von Oesterreich, die rothe Farbe aber finde sich bei allenösterreichischen Nationalitäten; es geschehe also nicht aus Dentschthümeleiwenn er Schwarz-Roth-Gold als Reichsfarben beantrage. Brestel warfür Blan-Roth-Gold: „wenn man schon mehrere Farben will so nehmeman solche die dem Auge angenehm sind". Darauf Pinkas: „Weiß-Rothsind die österr. erzherzoglichen, Roth-Gelb die Farben des Hauses Lothringen,
*) Protocolle S. 20, 24—28, 30—32.
**) Ebenda S. 4S.