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4. Der ungarische Winter-Feldzug und die octroyirte Verfassung, December 1848 bis März 1849 Th. 3 (1886) Der ungarische Winter-Feldzug und die octroyirte Verfassung, December 1848 bis März 1849
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276 III. 17. Derzweite Theil" des VerfassungSwerkeS.

Es konnte nicht ausbleibcn daß die Nationalität in diesen Kämpfenmitspielte, die im Sinne der Centralistcn zunächst bei der Eintheilung in-cise berücksichtigt werden sollte. DemGroß-Schlesier", wie man Heinscherzweise nannte, vergalten die Böhmen dessen beleidigende Gereiztheitgegen ihre Krone damit daß sie Schlesien nach den Sprachen in dreiKreise getheilt wissen wollten, einen deutschen, einen böhmischen und einenpolnischen, worauf ihnen jener die Antwort nicht schuldig blieb: inSchlesien gebe es nur zwei Sprachen, deutsch und slavisch, letztere vondenWasser-Polaken" gesprochen;eine öechische Nation daselbst kenne ichnicht". In andern Ländern kam die Loslösung gewisser Landcsthcilc zurSprache. Von der seitens der Süd-Throlcr beanspruchten Abtrennungihres Gebietes von Nord-Tyrol war bereits die Rede*). Krainz be-schwerte sich über die Rücksichtslosigkeit welche seine Slovenen in dersteirischen Landeshauptstadt erführen; als im Grätzcr Landtag von 1848zwei ihrer Vertreter verlangten daß man sich bei den Verhandlungen auchder slovcnischen Sprache bedienen dürfe, seien sic einfach ausgelnchtworden; darum sei in der untern Steiermark der Wunsch allgemeinsich von Laibach aus regieren zu lassen" **). Der tiefe Zwiespalt zwischenMazuren und Rnssinen, der zu jener Zeit im Lande Galizien einebedanernSwerthc Rolle spielte, kam auch in den Kremsicrcr Verhandlungenzum Vorschein. Ziemialkowski wollte seine Genossen im Verfassungs-Ausschüße glauben machen: eine ruthcnische Nation sei erst jüngster Zeiterfunden" worden; das was man Ruthcncn heiße sei mit den Poleneine Nation, in welcher zwar einRcligions-, aber durchaus keinNationalitäts-Zwiespalt" bestehe; ihre Geschichte sei eine gemeinschaftliche,ihre Schicksale und Leiden seien die gleichen:Gehen Sic in die Ge-fängnisse des Spiclbergs und Kufsteins, Sie werden dort Polen undRuthenen finden; wir haben uns immer miteinander verschworen." Ver-treter der Ruthenen im Ausschüße war der Bischof Jnchimowicz vonPrzcmtM, der den Beweis aus der Geschichte führte daß Rnssinen undPolen verschiedene und einander seit Jahrhunderten feindliche Nationenseien, daher die Gebiete auf welchen diese und jene wohnten auch politischgetrennt werden müßten. Aber auch die Böhmen sprachen in gleichemSinne; namentlich Rieger nahm die Ruthenen als besonderes Volk in

*) S. oben S. 6672.

**) Protocolle S. 3638.