Anmarsch Wrbna's gegen PoroSzlö.
207
Es war in den ersten Nachinittagsstnnden als Görgei nach Tisza-Füred, wohin Dembinski inzwischen sein Haupt-Quartier verlegt hatte,das Anrückeu der Kaiserlicheil meldete, die in einer Stärke von 25.000bis 27.000 Mann, wie er »leinte, seinen Streitkräften bei weitem über-legen seien, daher er sich anßer Stande sehe, selbst wenn Gnyon herüber-gezogen würde, ans die Länge Widerstand zn leisten. Dembinski sandteihm den Befehl zurück Poroszlö auf jeden Fall zu halten: „Wenn Sievon 27.000 Mann angegriffen werden so bin ich in der Lage 38.000 Mannentgcgenzustellen." Zugleich schickte er Röpäsy den Befehl zu ein Bataillonans den von der Brücke gegen Poroszlö führenden Damm voranszusendenum die etwa zurückweichenden Abtheilungen anfnehmen zu können. Mittler-weile hatte Görgei seine Slreitkräfte bereits vorrücken lassen und seineBatterien in Bereitschaft gesetzt. Die beiden Colonnen der Kaiserlichenhatten etwa 3000 Schritt herwärts von Poroszlö ihre Bereinigung be-werkstelligt, wo Wrbna nun angesichts der vom Feinde zur Vertheidiguugseiner Stellung günstig postirten Geschütze Halt machen und seine Truppenso breit als möglich aufmarschiren ließ.
Poroszlö ist ein von Norden nach Süden gestreckter Ort, ans einerBodeuerhöhung gelegen, welche das hier über eine Stunde breite Ueber-schwemmuilgsbereich am rechten Theiß-Ufer westlich abgränzt. DieseBodeuerhöhung böscht sich gegen Osten steil ab und bildet zugleich dasrechte Ufer des Cseru-Baches oder der „kleinen Theiß", deren linkesbereits im Ueberfluthungsgcbietc selbst liegt. Uebcr dieses Gebiet läuftzur großen Theiß ein mit vielen Durchlaßbrücken versehener Damm etwaeine Stunde lang und von einer Breite daß sich zwei Fuhrwerke ebennoch ausweichen können, und da die Theiß ausgetreten war gestattetejene Straße die einzige Verbindung zwischen Poroszlö und der nachTisza-Füred laufenden Brücke, eine Straße deren längs derselben hin-laufende Baumrcihen die einzige Deckung bildeten. Die Verbindung zwischender Dammstraße und der erhöhten Lage von Poroszlö bildete eine diekleine Theiß übersetzende Jochbrücke. Der Ort Poroszlö reicht nicht hartan das Ufer der kleinen Theiß, sondern läßt zwischen der rechten Ufer-böschung und der östlichen Häuserreihe des Ortes eine» kleinen Raumganz geeignet zur Aufstellung von Batterien von denen, wenn die Ungarnsich zurückziehcn mußten und der Gegner Poroszlö gewann, die in senk-rechter Richtung von jener Häuserreihe auslaufende Straße der Längenach mit einer Wirkung bestrichen werden konnte welche die retirirenden