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II. 12. Der zweite Schlachttag von K-tpolna.
fortwährend ein. Eine Haubitzen-Granatc flog bei fünfzehn Schritte vor-dem Feldherr» ein, der trotz der dringenden Abinnhnungcn seiner Be-gleiter rnhig und unbeweglich ihrem bohrenden Spiele zusah bis sie ohnejemand zu treffen platzte. Sein Beispiel wirkte begeisternd auf die Truppe.Lin zweites Geschoß traf mitten in eine Infanterie-Masse, von der eineAnzahl schwer getroffen nicdcrstürztc. Lö war kein Laut zu hören, nichtdie geringste Unordnung fiel vor, schweigend traten Rückwärtige vor umdie entstandene Lücke auszufüllen.
Schlik ließ die cintrcffcndcn Geschütze ans dem Lapcllenbcrg auf-fahrcn und das ungarische Feuer erwidern; nach und nach waren vierseiner Batterien in voller Thätigkcit. Rittmeister Graf Török wagte inSchlik's Aufträge einen kühnen Ritt an der ungarischen Aufstellung vor-bei nach Käpolnn um dem Obcrfcldherrn das Eintreffen des drittenArmee-Corps zu melden und sich Weisungen zu erbitten.
Vor Käpolna beleuchtete die Morgcnsonne, die umschleiert denDünsten des Horizontes entstieg, eine möglichst unmalerische Gegend mitmanchen grausigen Spuren des Kampfes der am gestrigen Tage gc-wüthet hatte, um binnen kurzem von neuem, vielleicht noch verheerender,zu entbrennen. Auch die kampffähige Mannschaft bot einen trübseligenAnblick: naß und fröstelnd, mit blassen übernächtigen Gesichtern, dabeiausgehungert, drängten sich die meist blutjungen Leute aneinander undnicht ein lustiges Wort ertönte aus ihren Reihen, die sonst nie »m einenguten oder schlechten Witz verlegen waren wenn irgend eine ungewöhn-liche Lage ihre heitere oder böse Laune erweckte.
Am jenseitigen Ufer der Tarna ritt der feindliche Obcrfeldhcrrin der Morgendämmerung seine Vorposten ab. Vom österreichischenLager war bei dem dichten Nebel der über der Gegend la-g nichts zuentdecken, nur einzelne Trommelwirbel, vom Morgenwind getragen,tönten herüber: sie kamen von jenen Truppen die nach dem anöGhöngyös erhaltenen Befehle gegenüber von Käpolna und Töthfalu inSchlachtordnung anfmarschirtcn. - Eine zur Ausknndnng vorgcsandtc Es-cadron der Kaiserlichen wurde bcschoßcn worauf zwei Compagnien vom2. Jäger-Bataillon vorwärts beordert wurden. Dcmbmski fand Käpolnavon einem tiefen Graben umgeben, welchem entlang er eine Plünklerketteanfstcllte; zwei mit Kartätschen geladene Kanonen fuhren nächst der ver-rammelten Brücke auf. Unter diesem Schutze ließ sich hoffen daß