Druckschrift 
4. Der ungarische Winter-Feldzug und die octroyirte Verfassung, December 1848 bis März 1849 Th. 3 (1886) Der ungarische Winter-Feldzug und die octroyirte Verfassung, December 1848 bis März 1849
Entstehung
Seite
166
Einzelbild herunterladen
 

166

II. 11. Der erste Schlachttag bei K-tpolna.

setzen soll gezaudert wird". Er malte ihm den Ernst der Lage, falls esüber den MeinnngSzwicspalt wegen der Verfassung zu einer Kata-strophe käme, in den düstersten Farben ans. Die innern Zustände derMonarchie seien von der prekärsten Natur, schnell mäße gehandelt werdenwenn die Gefahr in den Provinzen nicht wachsen solle. Nach allenRichtungen seien die Vorarbeiten weit gediehen, die politischen Behördenmüssten umgcstnltet werden, die Ncorganisirung der Gerichte sei imvollen Zuge, die bäuerlichen Verhältnisse bedürften dringend einer Re-gelung: wie aber dies alles bei einer dazwischen tretenden Minister-Krisis solle zu Ende geführt werden, das sei nicht abznschcn.Von mirwill ich nicht reden. Das; ich aber unter den gegenwärtigen Verhältnissendurch den Abgang van vier Collegcn vollkommen gelähmt und in dieUnmöglichkeit versetzt bin in irgend einer Richtung voran zu gehen istmir vollkommen klar. Wo ich andere Minister hernchmcn soll sehe ichnicht ein, und sollte es möglich sein nach wochenlangem Suchen einoder das andere Individuum zu finden, so ist inzwischen so viel Unheilgeschehen das; die besten Maßregeln kaum mehr zu etwas führen dürften.Die Sache steht nun bei Dir", so schloß Fürst Felix seine eindringlichenVorstellungen;ich werde den Kaiser nicht verlassen, das wird ihm aberwenig nützen. Ich halte cs für meine Pflicht Sr. Majestät heute nochüber die Lage der Dinge umständlich und unumwunden Bericht zu er-statten und meine Meinung ansznsprcchcn. Du weißt daß ich der Ent-mnthignng nicht zugänglich bin, gestehe aber daß, wenn Du auf einemPunkt dessen Wesentlichkeit ich nicht anerkennen kann beharren solltest,meine Prognose unserer Zustände eine sehr trübe ist. . ."

Mai, wird gestehen das; cs Vorstellungen solcher Art gegenüber, diedurch mündliches Znthnn zu verstärken Hübner gewiß nicht unterlassen habenwird, dem Feldmarschall schwer fallen musste auf seinem alten Stand-punkt zu beharren. Wenn er van dem Werthc seiner Ansichten die er sichnicht erst gestern gebildet tief durchdrungen war, so widerstrebte es ihmin gleichem Grade seine Hoffnung wie ihn Schwarzenberg zu tröstensuchte ans das zu setzen was sich an dem Geschaffenen etwa mit derZeit werde ändern lassen; was man wenn auch nur für einstweilen gebe,so meinte Windisch-Grätz, müßc jedenfalls ein solches sein mit dem sichanskommen und regieren lasse. Anderseits schien man, wie er ansHübncr's Reden zu entnehmen glaubte, in dem einen Hanptstücke, der Zu-sammensetzung der Provinzinl-Lnndtage auf der alten Grundlage, also mit