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4. Der ungarische Winter-Feldzug und die octroyirte Verfassung, December 1848 bis März 1849 Th. 3 (1886) Der ungarische Winter-Feldzug und die octroyirte Verfassung, December 1848 bis März 1849
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II. 11. Der erste Schlachttag bei KLpolna.

Es wurde früher erwähnt daß Windisch-Grätz, in dem Augenblickda er van Ghönghäs auf das Schlachtfeld abreiten wollte, daran durcheinen Zwischenfall verhindert wurde. Es war Alexander Hübner, vomMinister-Präsidenten aus Wien entsendet um dem Feldmnrschall die letzteRedaction der Verfassungs-Urkunde vorzulegcn und zu erläutern*). Begreif-licherweise war letzterer wenig in der Laune sich ein paar Wegstundenvon dem Orte wo seine Truppen im Feuer standen in neuerliche Er-örterungen über Gegenstände cinzulassen die von ihm mündlich und schriftlichschon so oft, so ausführlich und eingehend behandelt worden waren.Da sich aber der LcgationSrath ans die gemessene Weisung des FürstenSchwarzenberg berief; da er auf das nachdrücklichste betonte wie inKrcmsier mit jedem Tage die Unzukömmlichkeiten wüchsen; da er dringendbat die Sachewo möglich noch heute" zum Schlüße zu bringen, soblieb dem Feldmarschall, nachdem er sich die Bemerkung gegönnt:Wennman meinem Rath gefolgt hätte wäre der Reichstag längst aufgelöst",zuletzt nichts übrig als zu bleiben und sein Erscheinen bei der Armee aufden frühen Morgen des 27. anfzuschiebcn. Wir müßcn somit eine Weilevon dem heißen Kampfe der ans den Hügeln beiderseits der Tarna tobt ab-sehen und uns auf ein Gebiet ganz anders gearteten Widerstandes begeben;falls der geneigte Leser diesen Wechsel der Walstatt von Käpolna miteinem Berathungszimmer im Schloße zu Ghönghös zu unvermittelt undgrell finden sollte, so ist dieser Gegensatz eben nur durch die Lage der Tat-sachen hcrbcigeführt die wir in ihrer Gleichzeitigkeit zu erfassen haben.

Die Abänderungsvorschläge des Fürsten Windisch-Grätz, die Brucknach Wien gebracht hatte, waren im Schoße des Ministeriums eingehen-der und, wie sich Fürst Felix ausdrücktc,gewissenhafter" Bernthnngunterzogen worden, ohne daß selbe, wie nach so anhaltendem und beider-seits so unnachgiebigen Gedankenaustausch vorauszusctzen war, an dereinmal beschlossenen Hauptsache viel ändern konnte. Bach war von seinenCollege» damit betraut worden den Standpunkt des Ministeriums unddie Einwendungen des Feldmarschalls in einer ausführlichen Denkschriftgegeneinander abzuwägen, und die Erörterungen dieser Denkschrift warencs ohne Zweifel welche der Minister-Präsident dem weitläufigen Schreibenan seinen Schwager, von Wien 23. Februar datirt, zugrunde legte, dessenUcberbringer jetzt Lcgations-Rath Hübner war.

*) S. vor. Bd. S. 470.