114 I. 8. Okstorr. Plan oinor Diroctorial-Rogiorung für Doutschland.
sprach cs gegen Schmerling ganz naiv auö, man werde dach, wenn cinsalcher Fall cintretc, den Prinzen Friedrich znm Nachfolger des Erzherzogsbestiininen *).
Das Erscheinen des königlichen Prinzen in Frankfurt kannte aberauch einen andern Grund haben. „Ich traue cs einer gewissen Parteizu", schrieb Schmerling nach Olmüz, „Unruhen im badischen Oberlandzu erregen um mit preußischen Truppen zu Hilfe zu kommen und denDank als Erretter empfangen zu können." Wie sehr müßc er cs be-dauern „daß unsere Verhältnisse cs hinderten unsere Contingentc nachUlm und Rastatt zu schicken und die ursprünglich starke Brigade inBregenz zu halten; wir hätten dann 10.000 Mann zur Disposition mitdenen wir rascher zur Hand wären als die Preußen mit ihren Truppenvan Coblcnz und Köln". Jedenfalls möchte das Militair-Commaudo inVorarlberg beauftragt werden daß cs ans unmittelbares Einschreiten durchihn oder von Seite des Reichs-Ministeriums die zur Verfügung stehendenTruppen ohne Aufschub in die südlichen Staaten cinrücken lasse**). Zu-gleich möge man aber nicht länger zaudern das deutsche Verfassungswerkzum Abschluß zu bringen; an allen königlichen Höfen hege man die Er-wartung daß sich Oesterreich nunmehr über die Grundsätze der Verfassungausspreche, daß cs die Zusage erfüllen werde die es in seiner Note vom4. Februar gemacht***).
In der That mußte es den Anhängern Oesterreichs einlcuchten daß derunausgesetzten Thätigkcit der preußischen Partei gegenüber längeres Zn-warten nur von Nachtheil sein könne. „Wir verlieren alle Bundesgenossen",klagte Schmerling unausgesetzt, „und geben eine Stellung auf die wirspäter erobern müßen; denn nie und nimmer können wir aufhören einedeutsche Macht zu sein." Gegen Ende Februar drang die Partei Gagernauf die zweite Lesung des Verfassungs-Entwurfes; bevor es dazu komme,mahnte unser Bevollmächtigter neuerdings, sollte Oesterreich doch seine Er-klärung gegeben haben; sonst „würde man die W. 2 und 3 annehmenund unsere bisherigen Freunde können uns kaum mehr berücksichtigen"st).
In diese Tage spielte die Nachricht hinein daß die Russen, derenBewegungen an der siebenbürgischen Gränze man schon seit einiger Zeit
*) Schmer, an Schwa. 24. Februar „Vertraulich" k.
Ebenso 22. Februar Nr. 64, 23. Nr. 66.
Ebenso 20. Februar Nr. 62.
ch) Ebenso 25. Februar Nr. 70, 28. Nr. 75.