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4. Der ungarische Winter-Feldzug und die octroyirte Verfassung, December 1848 bis März 1849 Th. 3 (1886) Der ungarische Winter-Feldzug und die octroyirte Verfassung, December 1848 bis März 1849
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84 I. 6. Verhandlungen d. Wiener Cabinets m. d. deutschen Königreichen.

Gleichzeitig mit der Absendung seiner Note, die Würth noch Frank-furt zu bringen hotte, betraute Schwarzenberg den Lcgationsrath BaronAdolf von Brenner-Felsach mit einer Mission nach Dresden undHannover, den Grafen Bernhard Rechberg mit einer gleichen an denbayerischen und württembergischen Hof.

Graf Rechberg war bereits lim die Mitte Januar in Münchengewesen, mit der ausdrücklichen Weisung darauf zu bestehendie Grund-lagen der zukünftigen deutschen Verfassung auf dem Wege der Verein-barung zwischen den Bevollmächtigten der sechs deutschen gekrönten Häupterund der Frankfurter Rcichsversnmmlung fcstznsetzcn". Zur Förderungdieses Zweckes, und um jcdeu neuen Versuch einer Schilderhebuug imKeime zu ersticken, wäre ein Armee-Corps unter dem Befehle des Königsvon Württemberg in der Nähe von Frankfurt zusammcuznziehen*); das-selbe hätten zu bilden 20.000 Preußen, 10.000 Bayern, 10.000 Württem-bergcr; Oesterreich, nach zwei anderen Seiten militairisch engagirt, müßcsich für jetzt von einer activen Thcilnahme ausschließen'Z. Nechbcrghatte den König bereit gefunden auf diese Idee einzugehe», obwohl der-selbe über den Oberbefehl Wilhelm I. sowie darüber daß Württembergmit einer gleichen Truppcnauzahl wie das so viel größere Bayern auf-tretcn sollte, eine von Rechberg nicht ohne Mühe zu besiegende Empfind-lichkeit äußerte; zuletzt hatte sich der König erboten ein Corps von10.00012.000 Mann in der Gegend von Aschaffenburg marschfertigzu machen. Schwieriger hatten sich die Verhandlungen mit dem Minister-Präsidenten angclassen. Graf Bray für seine Person zeigte sich, wieRechbcrg meinte,seinen schlecht gesinnten College» gegenüber" nicht starkgenug; dabei fürchtete er einerseits die zweite Kammer deren Mehrheitganz im Frankfurtianiömus steckte, anderseits die deutsche Demokratie;er war der Ansicht,es seien, um einem dcmnächstigen Wiederausbruchder Unruhen in Deutschland vorzubcugen, ausgedehnte Couccssionen andie öffentliche Stimme, welche die Idee der deutschen Einheit leiden-schaftlich verfolge, zu machen". Dabei fühlte» sich sowohl der König alsdessen erster Minister ihrer Truppen nicht ganz sicher; sie sprachen voneiner Verstärkung der österreichischen Garnison in Ulm, was doch ohneZustimmung Württembergs nicht geschehen konnte, und verhehlten dabeinur schwer daß sie dies ebenso sehr zur Aufrechthaltung der Ruhe im

«) Vgl. Bd. IV 1 S. 99.