80 I. 6. Verhandlungen d. Wiener Cabincts nn d. deutschen Königreichen.
kaiser schon darum lieber sein weil bei einem solchen im Gegensatz zu denösterreichischen Staatengruppen alle in gleicher Linie standen, der Königvon Bayern wie der Landgraf zu Homburg vor der Höhe, der Kurfürstvon Hessen wie der Fürst von Renß-Lobenstein-Ebcrsdorf. Von den Mittel-Staaten war zumeist das Großhcrzogthnm Baden erbkniserlich gesinnt,und zwar ans Neid gegen die Königreiche. Was hätten diese vor Badenso viel voraus, um in Deutschland den Ton angeben zu wollen? Ein anden badischen Bevollmächtigten in Frankfurt gerichtetes Rescript vom8. Januar betonte sehr scharf: der Großherzog sei nach wie vor bereitjedes „gleichmäßig von ihm wie von allen andern Bundesgenossen" zuverlangende Opfer zu bringe», er werde sich aber anderseits gegen jedenVersuch stemmen einzelne Fürsten oder Länder „ohne oder gegen dasInteresse der Gesammtheit zum Vortheile der Könige zurückzusctzen" ^).Der Großherzog von Oldenburg richtete an König Friedrich Wilhelm einSchreiben worin er geradezu bat: „daß es Höchstdemselben gefallen mögeder sich immer deutlicher erhebenden Stimme des deutschen Volkes unddem wahrscheinlichen Vorschlag seiner Vertreter gemäß die oberste Leitungdes neu zu gründenden Bundesstaates zu übernehmen". Ritter von Bunsen,der eigentliche Schöpfer und die Seele des Werkes vom 23. Januar,war nicht müßig dasselbe in Gang zu erhalten. Als gerade in diesenTagen der bayerische Gesandte in Berlin Graf Lerchenfeld nach Münchengerufen wurde, beschwor ihn Bimsen bei König Maximilian darauf zuwirken daß dieser ernstlich der von Preußen gegebenen Anregung folge.Bunsen selbst war zunächst bestimmt an den Sitz der deutschen Central-Gcwalt zu gehen um dort die schleswigische Angelegenheit, die FriedrichWilhelm IV. sehr am Herzen lag, vorwärts zu bringen; er erbat sichaber bei der Abschieds-Audienz am 23. vom Könige die Erlaubnis auchin der Versassungsfrage zu sagen was er dächte, „aber ausdrücklich be-merkend dies sei nur meine persönliche Ansicht". So that er denn auchin Frankfurt wo er am 25. ankam, in den ersten Tagen die Verhand-lungen wegen Schleswig zu dem gewünschten Abschluß brachte und danndas Feuer der Erbkaiserlichen schürte^).
Schmerling hatte ein wachsames Auge auf alles was um ihn vorging.Das unanständige Treiben der Erbkaiserlichen widerte ihn nn, empörteihn als Oesterreicher. „Wer die Leidenschaft sieht mit der die preußischePartei wirkt, der kann ihr auch den Gewaltstreich Zutrauen den Königzur Abdankung zu bringen." Er erblickte das einzige Heil in der