Das preußische Rundschreiben vom 23. Januar.
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Das Schriftstück vom 23. Januar hatte aber noch eine andere gegenOesterreich gerichtete Spitze. Das kaiserliche Cabinet hatte, seit cs nachNiederschlagung der Wirren iin eigenen Hanse mehr Luft bekommen, nichtblos mit Preußen sondern auch mit den Cabineten der vier andern König-reiche Beziehungen angeknüpft, in der offen zngestandcnen Absicht in diesemengern, aber zugleich mächtigeren Kreise eher zu einem Ziele zu gelangen.Der deutschen Kleinstaaterei, diesem ebenso viel beklagten als bespötteltenUnwesen, war Fürst Schwarzenberg nicht sehr hold, und wenn auchsein Vorschlag einer Kreiseinthcilung nicht geradezu eine Medintisirungder kleinen Fürstenthümcr war, so waren diese damit gleichwohl in eineuntergeordnete Stellung herabgedrückt die sich mit ihren Souveraiuetäts-Einbildungen schwer vertrug. Während der vertraulichen Verhandlungenzwischen Olmüz und Berlin in der ersten Hälfte Januar war der kaiser-liche Obrist von Mähern von Frankfurt nach Karlsruhe Stuttgart undMünchen gegangen, hatte in München ein mehrstündiger Ministerrathstattgefunden welchem auch die früheren Minister von Giech und von Abelbeigezogen waren, und war dann Legationsrath von Aretin mit De-peschen an das kaiserliche Cabinet abgeschickt worden. Von den Königenwar besonders Wilhelm von Württemberg dafür, der deutschen Klein-staaterei ein Ende zu machen; wie jede große Krisis vom dreißigjährigenKriege bis zum Wiener Congreß-Acte auf eine größere Einigung derdeutschen Lande hinausgelanfcn sei, so sollten Oesterreich und Preußenden gegenwärtigen Zeitpunkt benützen die kleineren Länder den vier großenHauptstämmeu Bayern Schwaben Sachsen und Westphalen zuzuschlagcn:„gerade weil die dermnligen Wortführer alles Bestehende nmwerfen,müßen die Regierungen ihre Maßregeln ans die Geschichte zurückführen."
König Friedrich Wilhelm IV. scheint für seine Person die Auffassungdes Fürsten Schwarzenberg gethcilt zu habend), nicht so jene Partei auseinem Hofe die Preußen an die Spitze von Deutschland bringen wollte.Bunscn und Genossen wußten sehr wohl was sie lhatcn, als sie ganz imGegensätze zu der Auffassung ihres Königs ihr Augenmerk in erster Linieauf die andere Seite richteten und mit Christus dem Herr», nur inanderer Anwendung, sprachen: „Lasset die Kleinen zu uns kommen!"Denn sie hatten dabei außer ihrer zahlreichen Partei in der Paulus-Kirchejedenfalls die Mehrzahl der deutschen Rcichsstände für sich, falls cs dazukäme auch diese ein Wort mitsprechcn zu lassen, mit denen Preußen über-dies das leichtere Spiel hatte'''). Den kleineren Staaten mußte ein Erb-