Wenzel Ritter von Zaleski.
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kcit, dabei anspruchslos und bescheiden, war er ganz der Mann einenhohen Vertrauensposten mit dem günstigsten Erfolge auszufüllen —wenn die Zeiten darnach waren ein so edles Streben zn würdigen. Aberdas waren sie eben nicht, und gleich seine ersten Schritte zur Durch-führung des Ministerial-Erlasses vom 29. September zogen ihm Vorwürfevon beiden Seiten zu*). Sein Amtskrcis war der ganze Umfang derKönigreiche Galizien und Bladimirien, inbegriffen die Bukowina als Czer-nowitzcr Kreis. Für Krakau und dessen Gebiet blieb nur eine „Gubernial-Commission", seit dem Rücktritte Baron Kricg's von Hofrath v. Ettmaycrgeleitet, „ein exponirtes Präsidialbureau des Landes-Gouvernenrs", dasüber den Stadt- und Administrations-Rath von Krakau — der Sachenach ersterer der Magistrat, letzterer an Stelle des aufgelösten Kreis-amtes — die Aufsicht pflegte, die Correspondenz des Gouverneurs mitden Unterbehörden vermittelte und dieselbe mit den etwa nöthigen Be-merkungen einbegleitetc; nur in sehr dringenden Fällen kam die Gnber-nial-Commission in die Lage einstweilige Vorkehrungen zn treffen, durchwelche aber dem cndgiltigen Beschlüße des Gouverneurs in keiner Weisevorgcgriffen werden sollte. Mit diesem Stande der Dinge war manrnthcnischcrseits grundsätzlich nicht einverstanden und wurde in der vom19. bis 26. October zu Lemberg abgehaltenen Hauptversammlung derLlatioa, rnslla, eine Petition NN das kaiserliche Ministerium beschlossen,worin man die Nothwendigkeit der Scheidung des Landes in zwei Ver-waltnngsgebicte, ein östliches rnthenisches und ein westliches polnisches,aus nationalen politischen und administrativen Gründen nachzuweisenversuchte**).
Solches war der Stand der Dinge als das Cabinet Schwarzenberg-Stadion die Leitung der Geschäfte übernahm. Der neue Minister des Innernwar aus der Zeit seiner galizischcn Statthalterschaft sowie ans seinemWirken in, constituirenden Reichstage als Freund Berathcr und Unter-stützer der Rnthcnc» bekannt, die sich seit dem Zalcski'schen Erlasse vom6. October dem Landes-Gouverneur, den sie als Parteimann, wohl garals Fanatiker der polnischen Sache ausschrien, entschieden abgeneigt zeigten.Weil die Nnthenen gegen Zaleski waren war auch der Landes-Comman-dirende gegen ihn, und weil Hammerstcin gegen ihn war wollte man
*) Bd. III S. 133.
**) Bd. II S. 2S7 f.
Hclfert, Geschichte Oesterreichs. IV. 3. 4