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4. Der ungarische Winter-Feldzug und die octroyirte Verfassung, December 1848 bis März 1849 Th. 3 (1886) Der ungarische Winter-Feldzug und die octroyirte Verfassung, December 1848 bis März 1849
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I. 4. Krakau Galizien und Bukowina.

dieses Erlasses am 6. Octoberzur Beruhigung der Gemüther" im Landebekannt. Gerechten Anlaß sich beschwert zu fühlen hatten unleugbar dieRnthcnen. Denn wenn man den Umstand daß sie, nach jahrhundertlangerHintansetzung und Vernachlässigung, keine geeigneten Lehrkräfte und Lehr-mittel besaßen, dazu benützte ihnen einstweilen das rivalisircnde Polnischevorznschreiben, so hieß das ihre Jagend vollends dem Polonismus in dieHände spielen; viel lieber wollten sie sich, bis sie literarisch und didaktischauf eigenen Füßen stünden, die deutsche Unterrichtssprache gefallen lassen.

Bei alledem hatte Zaleski keineswegs eine kränkende Bevorzugungdes Polnischen ans Kosten der zweiten Landessprache im Sinne, sondernvernnlaßte die Einsetzung eines ans Fachmännern polnischer und rnthcnischcrNationalität zusammengesetzten Schulrathes der nach den Grundsätzen na-tionaler Gleichberechtigung Vorgehen sollte. Denn er war ein gerechterund billig denkender Mann, der die Uebel kannte an denen sein Heimat-land krankte, von dem redlichen Willen erfüllt ihnen abzuhelfen. ImJahre 1799 geboren, Sohn unbemittelter Landedelleute, frühzeitig ver-waist, hatte er seine Studien in Lemberg mit vorzüglichem Erfolge be-endet und daneben den freien Wissenschaften, besonders der deutschen Li-teratur cifrigst abgelegen. Seine Neigung war ans das Lehrfach gerichtet,und er wirkte eine Zeit lang als supplirender Professor an der philo-sophischen Facultät, bis ihn Fürst Longinns Lobkovic, der den jungen Mannim Hanse des Fürsten Lubomirski, Curators des Ossolwski'schen Natioual-Jnstitntes, kennen lernte, zum Eintritt in den praktischen Staatsdienstbewog. Seine Laufbahn war eine glänzende. Am 14. October 1826 hatteer seinen Eid als Gnbernial-Concepts-Praktikant abgelegt, am 5. Oc-tober 1838 wurde er als wirklicher Gnbernial-Rath beeidet, trat 1840als Depntirtcr des Ritterstandcs in den landständischen Ausschuß, wurde1842 Vice-Präsident der ständischen Credit-Anstalt an deren Gründunger mit dem Fürsten Leo Sapieha einen hervorragenden Anthcil gehabt,und erhielt 1845 über Antrag des Erzherzogs Ferdinand die Berufungals Hofrath bei der vereinigten Hofkanzlei in Wien. Neben seiner amt-lichen Thätigkeit vernachlässigte er, dem alle slavischen Idiome geläufigwaren, nicht die früh licbgcwonnene Beschäftigung mit der Literatur, ver-öffentlichte eine reichhaltige Sammlung polnischer und ruthenischer Volks-lieder und betheiligte sich an verschiedenen Fachblättern, besonders indeutscher Sprache, mit Aufsätzen literar-historischen und belletristischen In-haltes. Ein reiner Charakter von seltener Herzensgüte und Liebenswürdig-