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I. 2. Böhmen und Mähren.
sammlnng bernthcn und angenommen werden sollte. Der Rector Magni-ficus wollte ihnen anfangs die Aula gar nicht öffnen lassen; über erneutesAndringen ließ er sich nur unter der Bedingung dazu herbei: erstens daßnicht geraucht werde, zweitens daß niemand ans die Bänke steige, drittensdaß nur wirkliche Studenten als Teilnehmer zngclassen würden. Nunhatten aber die letzteren, was man bei der akademischen Behörde sehrwohl wußte, auf die Mitwirkung eines aus der Zeit der Pfingst-Ereig-nissc übel beleumundeten Nicht-Studenten gerechnet, ja waren vielleichteben von diesem zu ihrem Schritte veranlaßt worden; als ihnen daher vonDr. Hofmeister die obigen Bedingungen eröffnet wurden, brachten siedem Dr. Sladkovsk/ ein Hoch und gingen darauf ohne alle Debatteauseinander. Zu der beabsichtigten Ansprache an das Publicum scheint esnicht weiter gekommen zu sein; dagegen beschloß das Studenten-Comitseine offene Erklärung an das Ministerium, eine Vertrauens-Adresse anden constituirenden Reichstag, 19. Februar, und eine Dank-Adresse anden Abgeordneten Dr. Schuselka, 1. März. Mit letzterem verschüttete esder Ausschuß bei einem großen Thcile der slavischen Studenten, denendas „änssllca narn pass" in den Ohren klang, und es entstand dar-über ein solches Murren daß der Ausschuß zurücktreten wollte^).
In der Zeit da im fürsterzbischöflichen Saale von Kremsier ein großerTheil der „Grundrechte", namentlich das Versammlungs-, Vereins- undPetitions-Recht zum Beschlüße erhoben wurde, hatte Knedlhans-Liblinsk^in der „Slovanskü Lipa" den Antrag gestellt dem Reichstag für seine ent-schieden volksthümliche Haltung, für sein männliches Auftreten das Ver-trauen des böhmischen Volkes zu votiren, was in der Form einer mitMassen von Unterschriften versehenen Adresse stattfinden sollte. Der An-trag hatte allgemeine Zustimmung gefunden und war mit großen: Apparatund Aufsehen vor die Oeffcntlichkeit gebracht worden. Mit Ausnahme derder Firma Gottlieb Haase angehörigcn Blätter machten es sich alle andern,unter den deutschen besonders die „Constitutionelle allgemeine Zeitung"und das „Prager Abendblatt", beide geleitet von Guido Polz, zum Geschäftmit vollen Backen in die Posaune zu stoßen, Lobgesänge für den con-stituirendcn Reichstag anznstimmen, jeden für einen Vcrräthcr an derBolks-Sonverainetüt zu erklären der sich nicht an der von der „SlovanskÄLipa" angeregten Kundgebung bethciligen würdet). Der Prager Haupt-verein hatte um diese Zeit seine Leitung gewechselt^) und stand auf demHöhepunkt seines Ansehens nnd Einflußes, seit in den beiden Central-