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I. 2. Böhmen und Mahren.
zu besuchen, jetzt zur Ausführung bringe, von wo er dann, nachdem allesglücklich abgelanfen, ans seinen Hradschiu zurückkehrcn könne*). Wennman seitens der Regierung hinter jener Widcrspänstigkeit die „SlovanskäLipn" argwohnte, so war das insofern nicht unwahrscheinlich als die Machtdieses Vereins und seiner den größten Theil des Landes umspanuendcnVerzweigungen in der That eine große war, so daß sie, um nur eins zuerwähnen, die Wahlen in den böhmischen Landesthcilen ganz und gar inihrer Hand hatte; es kam, wo Sitze erledigt wurden, niemand in denReichstag der nicht von ihr empfohlen war. Der Vereins-Ausschuß ver-wahrte sich aber auf das entschiedenste gegen die Anschuldigung daß erin jener Angelegenheit seine Hand im Spiele habe, und gab, den frühererwähnten Flugblättern gegenüber, die Versicherung niemals Schriftstückeohne Angabe des Druckers zu versenden. Wohl aber benützte sie den vor-liegenden Anlaß zu einer großartigen Mistraucns-Mauifestation gegen-über dem jetzigen Ministerium, das sie im Vergleich zu dem voraus-gcgangeneu in tiefsten Schatten stellte^). Die Widersetzlichkeit gegen dieTruppcunushebung beschränkte sich übrigens weder auf die slavischeu GegendenBöhmens noch auf das Königreich überhaupt. In vielen Gegenden Kärn-tens stiegen ernste Besorgnisse auf daß die Recrutirung auf mancherleiHindernisse stoßen werde. In Krain war die Stimmung eine so gereiztedaß sich aus Furcht mißliebig zu werden niemand zum Vertrauensmannbei dem Berlosungsgeschäfte hergeben wollte, so daß „Lloyd" den Zag-haften zurief: „Ihr habt das coustitutiouelle Princip gewollt und ent-zieht euch jetzt constitutionellcn Verpflichtungen!"
Auch diese Angelegenheit kam im Reichsrathe zur Sprache, am 9. Fe-bruar von Schuselka, am 12. von Bilinski. Schuselka verlangte die Be-freiung der Studenten vom Militair-Dienst; er wolle „nicht das unsterb-liche Verdienst geltend machen das sich die Studierenden um die Befreiungund Verjüngung Oesterreichs erworben haben, obwohl die Völker wie derThron dieses Verdienst anerkennen müßeu wenn sie nicht undankbar seinwollen"; aber darauf müße er Gewicht legen daß „unser in allen Zweigenneu zu gestaltendes Staatsleben einer großen Menge jugendlicher ausder neuen Zeit selbst hcrvorgegangcncn Geisteskräfte bedürfen" werde,denen man darum die nöthige Schonung angedeihcn lassen solle. „Vieleder herrlichsten Jünglinge", rief er aus, „sind gefallen, viele geflüchtet,
*) Griinne an Wind. 27. Februar 1849.