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4. Der ungarische Winter-Feldzug und die octroyirte Verfassung, December 1848 bis März 1849 Th. 3 (1886) Der ungarische Winter-Feldzug und die octroyirte Verfassung, December 1848 bis März 1849
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Die Prager Studentenschaft.

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Grünwald erhielt die vsnianr äoosiräi für österreichisches bürgerlichesRecht in böhmischer Sprache. Die Einführung des letzter» ans seinen Lehr-stuhl vcranlaßte einen recht garstigen Auftritt. Sie sollte am 24. Fe-bruar durch den Senior des Professoren-Collegiums, den würdigen undweltmännisch feinen Dr. Gustav Ritter von Kopctz stattfinden der, obwohlDentschböhme von Geburt, die berechtigten Wünsche der slavischen Stu-denten mit Wärme verfochten hatte. Als er nun aber in der ihm alleingeläufigen deutschen Sprache seine Ansprache begann, wurde ihm aus derMitte der Studcuteu zugerufeu er solle es böhmisch thun, worauf Kopetzabbrach, in kurzen Worten sich gegen eine so unwürdige Behandlung ver-wahrte und unter lautloser Stille den Saal verließ, worauf der Kauzlei-Bcamtc der Universität das deutsch abgefaßte Ernennuugs-Decret zurVerlesung brachte. Grünwald, der mit begeisterten Släva-Rufcn begrüßtwurde, bemühte sich am Schlüße seiner Vorlesung vergebens seine Zu-hörer zu einer Gcnugthnung für den Veteran der juridischen Professorenzu bewegen*).

DieBerufung zur Armee" auf Grund des Gesetzes vom 5. De-cember 1848 sollte im Laufe des Monats Februar in Gang gesetztwerden; auf Vorstellung der Behörden schob das Ministerium die Fristbis ans den 5. Mürz 1849 hinaus. Schon um die Mitte Februarmachten sich in verschiedenen Gegenden Böhmens Umtriebe bemerkbar diegegen die neue Regiernngsmaßregel gerichtet waren: in Reichenberg undUmgebung, im Bcrauner, im Klattauer Pilsner Saazer Kreise**).Wirwollen unsere Söhne nicht zur Schmälerung unserer Freiheit hergeben",sprächen, so hieß es, die Bauern;wir werden nur gehorchen wenn derReichstag die Recrntirung anordnet." Die Behörden kamen lithographirtenUmlaufschreiben auf die Spur, die Dorfrichtcr, Zweigvereiue derSlo-vanskä Lipa", einzelne Personen anonym empfingen und worin unterSchmähungen auf den Kaiser und die Negierung znm Widerstande gegendie Trnppenanshebung anfgcfordert wurde. Am Hradschin gab man sichden ernstesten Besorgnissen hin. Die Umgebung des Kaisers Ferdinandbefürchtete blutige Auciuandcrstöße und dachte, um den gütigen Monarchennicht znm Zeugen solcher Auftritte werden zu lasse», ernstlich daran ihnzu vermögen daß er einen lang gehegten Wunsch, seinen Neffen in Olmüz

*)Lloyd" Nr. 98 v. 27. Februar Morg.-Bl.

**) Vgl. Bd. IV S. 199.