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4. Der ungarische Winter-Feldzug und die octroyirte Verfassung, December 1848 bis März 1849 Th. 3 (1886) Der ungarische Winter-Feldzug und die octroyirte Verfassung, December 1848 bis März 1849
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I. 2. Böhmen und Mähren.

sich Wohl nach bis zur Stunde fügen. Im Grunde lag mit Ausnahmedes mitternächtlichen Schußes nicht eine greifbare Erscheinung vor, andie sich begründete Besorgnisse knüpfen ließen; cs war nur eine gewisseSchwüle die den s. g. Gutgesinnten den Athem beklemmte und sie überallSchreckgespenster erblicken ließ. Das war nicht blos bei den deutschenSiebenundscchzigern" der Fall; auch die Besonueueren der Natioual-partei, die eine Wiederkehr des Belagerungszustandes und der Kriegs-gerichte fürchteten, gingen selbst in unverfänglichen Dingen jeder öffent-lichen Kundgebung die zum Anlasse irgendwelcher Angehörigkeiten werdenkönnte ängstlich aus dem Wege. So kam es z. B. daß sich keiner derbeiden Theile getraute das fünfhundertjährige Gründungsfest der PragerHochschule, wie es sich wohl geziemt hätte, in feierlicher Weise zu begehenund daß das Hähnel'sche Standbild Karl IV. nächst dem AltstädterBrückenthurm in aller Stille, wie verstohlen, enthüllt wurde.

Was in der Stadt ab und zu lauter von sich reden machte war dieStudentenschaft, obwohl dieselbe ihre politische Bedeutung längst eingebüßthatte. Eine Legion gab es nicht mehr, seit die Jünger der Wissenschaftbei unnachsichtlicher Ausschließung von den Studien ihre Flinten undSäbel hatten ausliefern und sichbis zum Erscheinen des neuen National-garde-Gesetzes" an keinem Waffendienste sich zu betheiligen hatten ver-pflichten mäßen. Daß die Verwahrung beim Reichstage, die der Com-mandant Jaros diesem Ministerialbefehle gegenüber unter allgemeinerZustimmung beantragt hatte, 11. Januar, keine Folge haben werde, konntesich jeder selbst sagen; um so mehr da die Maßregel keineswegs auf Pragbeschränkt war, sondern in allen Städten mit höheren Studien-Anstnlten,wo sich akademische Legionen gebildet hatten, durchgeftthrt wurde, ohne,so viel man vernahm, irgendwo einem Anstande zu begegnen. Die Studienwaren nun an der alten Carolo-Ferdinandea wie am Polhtechnicum wiederausgenommen, allein auch in diese spielten die Zeitereignisse und die großenSchlagworte des Tages immer wieder hinein. Den Studenten slavischerZunge war es -einzig um böhmische Vorlesungen zu thun, und obwohlvon Seite der Professoren wie von jener der Regierung alles geschahwas sich als Anfang und erster Versuch thun ließ, war es jenen immernicht genug. Der Advocat Dr. Joseph Friö behandelte das civil-gericht-liche Verfahren in böhmischer Sprache, der alte Schnabel drillte seineZunge er stammte aus dem deutschen Weseritz bei Tepl zum Vor-träge des Naturrechtes in den ihm ungewohnten Lauten; Dr. Wendelin