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4. Der ungarische Winter-Feldzug und die octroyirte Verfassung, December 1848 bis März 1849 Th. 3 (1886) Der ungarische Winter-Feldzug und die octroyirte Verfassung, December 1848 bis März 1849
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FML. Baron Weiden.

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So war denn gegen das Frühjahr 1849 das Aussehen von Wienkaum minder düster und trüb als die Stimmung seiner Bewohner.Militairische Streiswachen zogen Tag und Nacht durch die Straßen derStadt, Sorgen und bange Ahnungen zogen durch die Gemüther derMenschen. Die Garnison und die Bevölkerung sahen dort voll Mistraucnshier voller Besorgnisse auf einander. Schon sprach man allen Ernstesvon einem Gcheimbunde mit der Parole, daß für jede kriegsgerichtlicheVerurtheilung ein Soldat zur Vergeltung fallen müße. In den Vor-städten, die aus dem letzten Jahre ob ihrer radikalen Gesinnung bekanntwaren, sah mau des Abends selten einen einzelnen Soldaten, es gingenihrer meist mehrere truppweise zusammen; die Officiere murrten laut

gegen den Gouverneur daß er nicht durch drakonisches Vorgehen das

Leben und die gesunden Glieder seiner Leute zu schützen wisse. Vielfach

meinte man die Ungarn hätten die Hand im Spiele; es sei darauf ab-gesehen Erbitterung zwischen Civil und Militair, aber auch Zwiespaltunter den verschiedenen Truppenkörpcrn hervorzurufcn, von denen die

einen durch die Attentate die sie nach einander träfen in eine so gefähr-liche Stimmung versetzt würden, daß sie durch die andern znrückgchaltcnwerden müßten um nicht losznbrcchen.

Mit aufrichtigem Bedauern sah sich der Civil- und Militair-Gon-verneur auf seine Bajonnctc und Kanonen angewiesen, ohne in den besser-gesinnten Thcilen der Bevölkerung eine ausgiebige Unterstützung zu finde».Er suchte den Grnud dieser letzter» Erscheinung theils in Krcmsicr theilsjenseits der Gränzen des Kaiserstaates, namentlich in Paris als demMittelpunkt und Herd aller großeuropüischen Unzufriedenheiten und Um-stnrzpläne. Er war darum für Organisiruug einer Staats-Polizei, derenDienste vorzüglich der politischen Abtheilung der Central-Untersuchungs-Conunission unter GM. Wilhelm von Langenau zustatten kommen müßten;die Entlohnung ihrer Agenten sollte sich, meinte er, nach den Erfolgenihrer Spürthätigkeit richten, lieber den Reichstag theilte Weiden die An-sicht des Fürsten Windisch-Grätz daß durch die in Kremsicr gehaltenen RedenAnträge Interpellationen stets neuer Zündstoff in die Gemüther nament-lich dersich so nennenden rechtlichen Elaste der Bevölkerung" gebrachtwerde, deren Haltung, statt seine wohlmeinenden Absichten zu fördern,denselben vielfach feindselig oder doch mistrauisch entgcgentretc.Wiewäre dies auch anders möglich", klagte er nach Ofen,wenn ein elenderKerl wie Fischhof im Reichstage solche Reden halten darf die zu Mord