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I. 1. Die Reichshauptstadt.
und Brand auffordern und dort den größten Beifall finden! Von dortgeht demnach die hiesige Aufregung, von dort gehen alle Mordversucheauf unsere Soldaten aus. Man fordert zu irgend einer Gewaltmaßregclheraus, damit vielleicht, wenn einige Unschuldige darunter leiden, umso-mehr die Soldaten-Tyrannei angcklagt werden könne"*).
Das Maß der Ucbel vollznmachcn, mochte sich Weiden denken, fehltennur die Studenten! Das Unterrichts-Ministerium, dessen sichtbares Ober-haupt Graf Stadion, dessen thatsächlicher Leiter Unterstaats-SecretärHelfert und dessen Seele Ministerialrath Exner war, hatte von alleinAnfang auf Wiedereröffnung der Wiener Universität hingearbeitet, wovonMelden lang nichts hatte wissen wollen, bis er zuletzt seine grundsätzlicheEinwilligung gegen dem gegeben: daß die Vorlesungen erst nach Ab-lauf des Rcvolutionsjahres beginnen; daß dem besonderen Waffendiensteder Studenten ein Ende geinacht und folglich die akademische Legion auf-gelöst und die Befreiung der Studierenden vom Kriegsdienste aufgehobenwerde; daß nur österreichische Staatsangehörige, und zwar zu den juri-dischen Studien nur solche aus den beiden Erzherzogthümern, zu denmcdicinisch-chirurgischen und philosophischen gar nur aus Nieder-Oester-reich, Studierende aus andern Kronländern aber nur ausnahmsweisezugelassen werden; daß endlich bei der Ausnahme unter allen Umständenauf gute Sitten und tadelloses Benehmen während der „Schandperiode"zu achten und dieser Punkt „mit aller Strenge durchzuführen" wäre.Mit Einhaltung dieser Vorsichten und Beschränkungen war dann vonStadion der »Wiederbeginn der Universitätsstudien für den Monat Fe-bruar 1849 in Aussicht genommen worden**). Als nun aber im Januardas Unterrichts-Ministerium ans diesen Gegenstand zurückkam erklärte derMilitair- und Civil-Gouvcrneur, er könne die Einschreibung der Studie-renden den akademischen Behörden allein nicht überlassen, und wurdendiese somit angewiesen die Listen der Jnscribirtcn der Stadt-Comman-dantur vorzulegen, 21. Januar. Mit dem Vollzüge dieses Befehles zogsich die Angelegenheit neuerdings in die Länge, und nicht früher als am1. März gab Weiden seine große Befriedigung über die Gewissenhaftig-keit zu erkennen mit welcher die akademischen Behörden bei der Vor-nahme der Einschreibung vorgegangen seien; von 400 Jnscribirten hätten
G. Wolf A. d. Revolutionszeit (Wien Holder 1885) S. 86 s. 96 f.
**) Melden an Stadion 22. December, Erlaß Stadion's 28. December 1848;G. Wolf Der neue Universitätsbau in Wien (Wien Holder 1882) S. 17—21.