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4 (1895) Politik
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445
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Achtes Buch. Fünftes Kapitel.

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Vergnügens willen, so dürste es ganz wohlgethan sein, wenn er sichseine Erholung in den aus der Musik hervorgehenden Genüssen sucht.

3. Es begegnet aber den Menschen, daß sie sich das Spiel zumLebenszwecke machen. Freilich liegt ein Vergnügen darin, wenn derMensch seines Lebens Zweck erreicht; aber dies Vergnügen ist nichtdas, nach welchem ein Mensch greift, wenn es ihm auf seinem Wegebegegnet, d. h. nicht das erste beste. Indem nun die Menschen nachdem ersten suchen, so greifen sie fehl und nehmen statt des ersteren dasletztere, weil es mit dem Zwecke menschlicher Handlungen eine gewisseÄhnlichkeit hat. Denn wie der Zweck des Menschenlebens nicht Mit-telzweck irgend eines darüber hinausliegenden Zweckes ist, so soll auchdiese Art von Vergnügen über sich hinaus nichts weiter geben, son-dern nur von rückwärts liegender Anstrengung und Unlust Erholunggewähren. Hierin also ist mit Recht der Grund zu suchen, weshalbdie Menschen ihr Glück in derartigen Vergnügungen zu finden meinen.

4. Man treibt nun aber Musik nicht aus diesem Grunde ^allein, sondern auch deshalb, weil sie, wie es scheint, dazu nützt, Er-holung von vorangegangener Anstrengung zu gewähren. Allein diesmöchte doch nur ein gelegentlicher Nutzen der Musik sein, es könntewohl sein, daß ein edlerer Gehalt ihres Wesens über den gedachtenGebrauch weit hinausginge, und da entstände dann die Frage, ob sienicht außer dem gewöhnlichen Vergnügen, das alle empfinden(denn in der Musik wohnt ein Vergnügen physischer Art, weshalbjedes Alter und jede Sinnesart sich mit ihrem Genüsse befreundet)noch einem edleren Zwecke diene, nämlich dem: auf die Sittlichkeitund die Seele zu wirken. Dies dürfte unleugbar sein, wenn es wahrwäre, daß wir durch sie zu einer gewissen sittlichen Beschaffenheit ge-langen.

5. Daß dies nun aber in der That geschieht, zeigen außermanchen andern ganz besonders die Gesänge des Oly'mpusch welche

3. Dem eines zufälligen Vergnügens.

4. Ein Hauptvertreter der alten Musik. Pluta'rch in seiner Schriftüber die Musik gibt zwei Musiker dieses Namens an, einen älteren, desMa'rspas Sohn aus Phrygien, und einen jüngeren, den Zeitgenossen desTerpa'nder. M-n erkennt aus dieser L-telle der Politik und aus Platons