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Aristoteles, Politik.
auscinanderzusetzen, welche Kraft die Musik hat, noch, zu welchemZwecke man sie eigentlich treiben soll: ob des Vergnügens undiderErholung willen, wie Schlafen und Trinken; denn diese beiden Dingehaben zwar an sich selbst keinen ernsten Zweck, sind aber doch „an- ..genehm und wiegen die Sorge in Schlummer", wie^Euri'pides° sagt, .Man stellt daher die Musik mit ihnen auf gleiche Linie und genießtso dies alles, Schlaf, Wein und Musik, zu gleichem Zwecke und nimmt m.auch noch das Tanzen dazu.
4. Oder soll man vielmehr annehmen, die Musik träge auchetwas zur sittlichen Bildung bei, indem, wie die Gymnastik dein Köcher -eine gewisse Beschaffenheit gebe, so auch die Musik die Kraft habendemCharakter eine gewisse Beschaffenheit zu verleihen, dadurch, daß sie denMenschen gewöhnt, sich auf die rechte Weise freuen zu können? Oder,und dies wäre der dritte Fragepunkt, trägt sie vielleicht etwas bei zumsinnvollen Genüsse der Muße?—Soviel ist jedenfalls klar, daß manaus dem den Kindern zu erteilenden Unterricht kein Spiel machen .soll; denn das Lernen ist kein Spiel für sie, sondern Lernenist mit Mühe und Anstrengung? verbunden. Aber gewißist es ebensowenig passend, Knaben.und. überhaupt hem jugendlichenAlter jenen, nur Männer geziemenden- Genust zur Muß« zu über-weisen; denn dem Unreifen kommtder letzte Zweck nicht zu^
5. Aber man könnte vielleicht m.einen, was die Knaben ernstlich .treiben, habe deruZweck, ihnen im gereiften Mannesaltcr zum Spielenzu dienen. Allein ist dem so, warum sollönffiees dann selbst lernenund nicht lieber, wie die persischen und medischen Könige, sich durchandere ausübende .Künstler Genuß und Kennerschaft verschaffen?-Zu- .mab da ja auch die Ausübung notwendigudenen besser gelingen muß, -welche sich daraus eine Hauptbeschäftigung und Kunst gemacht, haben,als denjenigen, welche eben nur sovielZeit darauf verwenden, als nötigist, die Musik kennen zu lernen. Sollen, sie aber selbst gründliche.
6. Zn seinen „Bacchantinnen", V, 378—384.
7. Wörtlich „mit Unlust"
8. Das im Texte befindliche Wortspiest welches^darin liegt, daß die
Worte „unreif" (äreXür) und „Z w eck" .demselben Wortlauten,
angehörcn, ist unübersetzbar.