Achtes Buch. Viertes Kapitel.
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stand ein merkwürdiges Zeugnis ab, daß man in ven Verzeichnissender olympischen Sieger? kaum zwei oder drei Namen findet vonsolchen, die als Knaben^ und später auch als Männer gesiegt haben;die Leibeskraft war durch gewaltsam übertriebene Leibesübungen inder Jugend verloren gegangen. Wenn aber nach der Mannbarkeitdrei Jahre auf die übrigen Unterrichtsgegenstände verwendet sind,dann geht es wohl an, das folgende Alter auch zu schwereren An-strengungen anzuhalten und es jener Zwangsdiät zu unterwerfen.Denn zu gleicher Zeit mit dem Verstände und dem Körper angestrengtarbeiten taugt nicht. Beide Arten von Arbeiten bringen ihrer Naturnach eine entgegengesetzte Wirkung hervor: die körperliche behindertden Geist, die geistige den Körper.
3. über die Musik^ haben wir zwar schon vorhin einigezweifelhafte Punkte erörtert, indessen können wir hier sehr wohl dieUntersuchung wieder aufnehmen und weiterführen. Die Ergebnissemögen eine Art Grundlage für denjenigen bilden, welcher den Gegen-stand erschöpfend und klar behandeln will? Denn es ist weder leicht.
2. Den Olympioni'ken. Dies war der Name einer historisch-chrono-graphischen Schrift des Aristoteles. Sie enthielt das Verzeichnis derSieger in dein olympischen A'gon und war in vieler Hinsicht wichtig.Es knüpften sich nicht selten wichtige Lebensschicksale an die Personendieser Sieger; und dann gewährten diese Verzeichnisse eine gewisse statistischeEinsicht in den Kraft- und Gesundheitsstand der Jugend in dengriechischen Staaten. Die griechischen Gelehrten, ein Erato'sthenes undApollodo'rus benutzten die Schrift des Aristoteles für ihre chronologischenund historischen Werke. S. Adolf Stahr, Aristoteli'a II, 106. DieNamen der Sieger wurden schon in Oly'mpia in Verzeichnisse gebrachtund auf Säulen eingegraben, und von Viesen konnten die ersten wissen-schaftlichen Verzeichnisse genommen werden, d. h. solche, die mit historischen,chronologischen und antiquarischen Bemerkungen ausgestattet wurden.
3. Auch Knaben kämpften zu Olympia in den heiligen Spielen,besonders im Wettlauf und Ringen.
4. Vgl. Kapp, Aristoteles' Staatspädagogik, S. 148 ff.
5. Dies ist eine von den Stellen, welche eine Art direkter Auf-forderung des Philosophen an seine Schüler und Zuhörer enthalten,selbständig weiter zu forschen. Die vielen mit den Titeln AristotelischerBücher versehenen Schriften der Peripatelliker zeigen, daß die Schüler derAufforderung des Lehrers nachgekommen sind.
Kap. r
Bett.