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4 (1895) Politik
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Aristoteles, Politik.

in Worten oder Thaten erlaubt, und zwar einer, dem, obschon er einFreier, die Teilnahme an den gemeinsamen Mahlen noch nicht gestattetist, so treffe ihn bürgerliche Ehrenstrafe und körperliche Züchtigung:ist er aber vorgerückteren Alters, so erleide er Ehrenstrafen, wie einUnfreier; denn er hat sich wie ein Sklave betragen.

8. Wenn wir das unzüchtigeReden verbannen, so muß dasselbenatürlich auch mit dem Anschauen der unanständigen Gemälde undDarstellungen der Fall sein. Es sehe daher die Obrigkeit darauf,daß dergleichen Handlungen in keinem Bildwerke oder Gemälde dar-gestellt werden, ausgenommen etwa bei den Festen einiger Gottheitendieser Art, wo das Gesetz auch indezente Scherze gestattet. An diesen"erlaubt das Gesetz auch nur denen, die das gehörige Alter haben, so-wohl für sich selbst, als für Weib und Kind teilzunehmen.

9. Ferner soll das Gesetz jüngere Leute weder bei Spottspielennoch bei Komödien als Zuschauer zulassen, bevor sie das Alter erreichthaben, in welchem ihnen gestattet ist, bei dem gemeinschaftlichen Mahlihren ordentlichen Platz einzunehmen? und ungemischten Wein mit-zutrinken. Denn man kann annehmen, daß die inzwischen genosseneErziehung sie vor den aus solchen Darstellungen entstehenden Nach-teilen gesichert haben wird. Jetzt haben wir diesen Gegenstand nur

6. Dergleichen waren nicht Staatskulte, wie die der Ve'nus und desBa'cchus, sondern entweder Kulte einzelner Distrikte oder häusliche undsonstige Lokalkulte. Pria'pus und ähnliche Gottheiten, Pan, Koni'salus,Lo'rdon, O'rthaues und Ky'bdasus hatten in A'ttika ihre Tempel, in welchensich unzüchtige Darstellungen in Statuen und Bildern befanden. Männerund Frauen, deren Ehen unfruchtbar blieben, beteten hier zu den Götternum Nachkommenschaft oder um Heilung von Krankheit und geschlechtlichemUnvermögen, so wie denn auch die Namen der genannten Dämonen vor-zugsweise an den geschlechtlichen Umgang erinnern. Der Staat übte hierbloß eine polizeiliche Überwachung und ließ den Aberglauben gewähren,verhütete aber Ausschreitungen desselben. Vergleiche die treffliche Behandlungdieses Gegenstandes (der fälschlich so genanntenPornographie") vonLetronne im Appendix zu seinem Werke Do In psinturs murals.

7. Bekanntlich lagen die Alten Lei Tische und saßen nicht wie beiuns. Dagegen standen die Kinder um den Speisetisch und mußten, wennzum Dessert der ungcmiichte Wein aufgesetzt ward, sich entfernen.