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4 (1895) Politik
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Aristoteles, Politik.

Fünfzehntes Kapitel.

Sind die Kinder geboren, so macht für die Kraftentwickelungder Körper die Art der Ernährung einen großen Unterschied. Einein dieser Hinsicht angestellte Beobachtung der Tiere, sowie derjenigenVölker, welche sich die Erwerbung der Kriegstüchtigkeit zum Zielsetzen, lehrt, daß eine reichliche Ernährung durch Milch dem Körperam besten bekommt und daß der Weint wegen der Krankheiten, dieer erzeugt, fast ganz wegzufallen hat. 2. Auch körperliche Be-wegungen, so weit ein so zartes Alter sie vorzunehmen gestattet, sindnützlich. Um zu verhüten, daß die weichen Glieder nicht verdrehtwerden, gebrauchen einige Völker auch noch in der heutigen Zeitgewisse künstliche Maschinen, welche die Körper der Kleinen vorVerrenkung bewahren. Es ist auch nützlich, sie von klein auf anKälte zu gewöhnen, wodurch ihre Gesundheit ebensowohl, als ihreKriegstüchtigkeit gefördert wird. Viele Völker des Auslandespflegen deshalb die Kinder gleich nach der Geburt in kaltes Fluß-wasser zu tauchen, andere, wie die Kelten, sie nur mit einer leichtenHülle zu bekleiden. 3. Denn an alles, woran sich zu gewöhnenmöglich ist, gewöhnt man sich am besten gleich von Anfang an, undläßt dann in der Gewöhnung einen allmählichen Fortschritt eintreten.Auch begünstigt die natürliche Wärme der Kinder diese Abhärtunggegen Kälte. In dieser oder einer ähnlichen Weise hat man desfrühesten Kindesalters zu warten. ^

4. Dem darauffolgenden Alter bis zum fünften Jahre, dasvom Lernen sowie von ernsten Anstrengungen besser noch aus-geschlossen bleibt, damit das Wachstum nicht gehindert wird diesemAlter verstatte man nur so viel Bewegung, als dienlich ist, damit der

1. Man bedenke, daß man hier einen Südländer vor sich hat, wonoch heute die Kinder sehr früh an den Wein gewöhnt werden.

2. Zn diesem und den folgende» Kapiteln vergl. die oben angeführteSchriftvon AlexanderKapp:Aristoteles'Staatspädagogik, Hamm, 1837.