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Aristoteles, Politik.
Vierzehntes Kapitel.
Sofern nun der Gesetzgeber von vornherein darauf sehen soll,daß die Körper der zu Erziehenden möglichst vollkommen werden, sohat er sich zunächst um die Ehe zu bekümmern; er hat den Zeitpunktzu bestimmen, wann sie zu schließen, sowie die Eigenschaften, nachwelchen den Personen das Eingehen einer ehelichen Verbindung zugestatten ist. Er hat hierbei einmal die Personen selbst und danndie mutmaßliche Dauer ihrer Verbindung zu berücksichtigen, damit siein einem gleichmäßigen Ablauf ihrerJahre auch zusammen alt werdenund in Hinsicht auf ihre Kräfte kein Mißverhältnis eintrete, so daßetwa, während der Mann noch zu zeugen fähig ist, die Frau es nichtmehr ist, oder umgekehrt. Denn so etwas verursacht Zwistigkeitenund Mißhelligkeiten unter ihnen.
2. Zweitens berücksichtige er den Zeitpunkt, in welchem dieKinder die Eltern ablösen. Es ist nicht heilsam, wenn der Unterschiedzwischen dem Lebensalter der Väter und der Kinder allzu groß ist(denn dann genießen weder die Eltern den Dank von ihren Kindern,noch diese der rechten Unterstützung von jenen), und ebensowenigdürfen ihre Lebensalter sich zu nahe stehen. Bei den Kindern ist indiesem Falle die Ehrfurcht geringer, wenn sie fast Altersgenossen sind,und es kommt dann in der häuslichen Ökonomie leicht zu gegenseitigenAnschuldigungen. Und drittens, um auf den Punkt zurückzukommen,von welchem wir ausgingen, ist eine Hauptrücksicht die, daß die er-zeugten Kinder von einer Körperbeschaffenheit seien, wie sie der Ab-sicht des Gesetzgebers entspricht. — 3. Alles dies läßt sich nun soziemlich durch eine einzige Vorkehrung erreichen. Da die Natur alsletzten Termin der Zeugungskraft für die Männer im Durchschnittdas siebzigste Lebensjahr, für die Frauen das fünfzigste gesetzt hat,so muß der Anfang der ehelichen Verbindung hinsichtlich der beider-seitigen Altersstufe diesen Zeitpunkten entsprechend auslaufen.
4. Aus zu frühen Verheiratungen gehen keine guten Kinderhervor; denn bei allen Tieren sind die Jungen von zu jungen Elternschwächlich, meist Weibchen und von kleiner Gestalt; wir sehen hierin