Siebentes Buch. Dreizehntes Kapitel.
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Hegemonie zum besten der Beherrschten zu gewinnen und nicht umalle zu unterjochen. Der dritte Zweck endlich ist das Gewinnen einesHerrenregiments über diejenigen, welche es verdienen Sklaven zu sein.
15. Weit überwiegend hat aber der Gesetzgeber die auf dasKriegswesen bezügliche, sowie die gesamte übrige Gesetzgebung imInteresse der Muße und des Friedens einzurichten; und die That-sachen der Erfahrung ebensowohl wie die Vernunftgründe bezeugendie Richtigkeit dieser Forderung. Denn die Geschichte zeigt, daß diemeisten derartigen Staaten sich halten, so lange sie Krieg führen,daß sie aber, wenn sie die Herrschaft erlangt haben, zu Grunde gehen.Sie verlieren, wie der Stahl, die Schärfe, wenn sie Frieden haben,und das verschuldet der Gesetzgeber, der sie nicht zu der Fähigkeitheranbildete, in Muße leben zu können.
16. Scheint sonach der Mensch im Staatsvereine wie einzelndasselbeZiel des Lebens zu verfolgen, und ist die Bestimmung, welcherder beste Mensch und der beste Staat folgt, durchaus ein und dieselbe,so ist einleuchtend, daß die zur Muße erforderlichen Tugenden imStaate vorhanden sein müssen; denn, wie schon oft gesagt ist: derZweck des Krieges ist der Friede, der Zweck der Unruhe ist die Ruhe.
17. Zu den für Muße und gebildeten Lebensgenuß er-forderlichen Tugenden gehören sowohl diejenigen, deren Wirksamkeitin ruhigen Zuständen erlangt wird, als auch diejenigen, die man inder Unruhe des geschäftlichen Lebens zu üben hat. Denn erst mußvieles Notwendige beschafft sein, damit man sich der Muße hingebenkann. Daher muß der Staat weise Genügsamkeit, Mut und aus-dauernde Tapferkeit haben; denn „für Sklaven", sagt das Sprich-wort, „gibt es keine Muße"; und wer der Gefahr nicht mutig wieein Mann zu stehen vermag, ist ein Sklave jedes Angreifers.
18. Mut also und ausdauernde Tapferkeit sind nötig für dasLebender That, Philosophie für das Leben in Muße; weiserMäßigungund Gerechtigkeit aber bedarf man in beiden Zuständen, und kannman dieser Eigenschaften besonders in dem Leben des Friedens undder Muße erst recht nicht entbehren. Denn der Krieg zwingt schonzur Gerechtigkeit und Mäßigung; aber der Genuß des Wohlstandesund die vom Frieden begleitete Muße machen die Menschen eher zuübermütigen Gesellen. — 19. So bedürfen denn also diejenigen,
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B-kk.