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Aristoteles, Politik.
gerade so, als wenn man das reine, schöne Zitherspiel mehr aufRechnung der Lyra als der Kunstfertigkeit des Spieles setzen wollte.
5. Nach dem hier Entwickelten muß also der Gesetzgeber gewisseDinge vorfinden, andere muß er sich schaffen. Alle diejenigen Ele-mente nun, worüber das Glück verfügt (und daß es darüber verfügt,ist ausgemacht), gehören in den Bereich der Wünsche und Voraus-setzungen , die wir uns zum Bestehen des Staates zu machen schongestatten müssen. Aber darüber, daß der Staat tugendhaft sei, ver-fügt nicht mehr das Glück, sondern das ist das Werk der Einsicht unddes Willens. Der tugendhafte Staat tritt als solcher in die Erscheinungdadurch, daß seine Bürger, diese Glieder seines Vereins, tugendhaftsind; nach unserer Ansicht aber war jeder Bürger ein Glied desselben,und somit fragt es sich: Wie wird ein Mann tugendhaft ? Denn gesetztden Fall, daß die Gesamtheit tugendhaft wäre, aber nicht jeder Bür-ger einzeln genommen, so würde doch dies letztere vorzuziehen sein,denn aus der Tugend der einzelnen folgt auch die der Gesamtheit.
6. Gut und tugendhaft werden nun aber die Menschen durchdrei Dinge; diese drei Dinge sind: Natur, Gewöhnung, Vernunft.Zuerst muß man als Mensch geboren werden und keiner andernGattung von Geschöpfen angehören; hieran schließt sich als weitereBedingung der Besitz gewisser leiblicher und seelischer Eigenschaften.Auch reicht in einigen Stücken die bloße natürliche Mitgift nicht aus,insofern als einige solcher Eigenschaften durch Gewöhnung einerVeränderung unterliegen. Es gibt manche natürliche Anlagen, dieeines Umschlagens nach zwei Seiten fähig, sich zum Schlechteren undzum Besseren hin entwickeln können. — 7. Während nun die übrigenTiere meist nach ihrer Naturbestimmtheit leben, einige aber in wenigenStücken auch nach der Gewohnheit, so wird dagegen das Leben desMenschen außerdem auch noch durch die Vernunft bestimmt; denn erallein hat Vernunft. Es bedarf daher sein Leben einer Harmoniedieser drei Gesetze, die sein Leben leiten. Denn der Mensch thutvieles gegen seine Gewöhnungen und gegen die Natur auf Antriebder Vernunft, wenn er sich überzeugt hat, daß es so besser sei. Wienun die von der Natur gegebenen Anlagen der Menschen beschaffensein müssen, damit sie sich für den Gesetzgeber als leicht zu be-