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Aristoteles, Politik.
für sich die beste Lage wünschen, so kommen dabei vier Punkte inBetracht. Der erste und notwendigste betrifft die Gesundheit. Undda sind die auf östlichen Bergabhängen liegenden und den Strömungender von Sonnenaufgang wehenden Winde ausgesetzten die gesünderen,demnächst die an Südabhängen gebauten; denn sie genießen einenmilderen Winter?
2. Zn anderer Beziehung muß die Lage der Stadt für dieThätigkeit der Bürger im Innern und für die kriegerische Thätigkeitgut gewählt sein. Zm Falle des Krieges muß sie den Bürgern leichtenAuszug gewähren, dagegen muß dem Feinde der Zugang und dieEinschließung schwer fallen. Brunnen und fließendes Wasser müssenin genügender Menge in der Stadt selbst vorhanden sein. Fehlt eshieran, so gelangt man dazu durch Anlegung einer guten Zahl vongroßen Zisternen zur Aufnahme des Regenwassers, so daß im Fallder abgeschnittenen Verbindung mit der Umgegend die Bürger nieWassermangel leiden.
2. DicS Kapitel zeigt Spuren, daß Aristoteles in der kurzen Skizzeder elementaren Bedingungen zu der guten Lage einer Stadt die Schrift desberühmten Arztes Hippo'krates, eines Zeitgenossen des Pe'rikles, „Über dieLust, das Wasser und die örtliche Lage" svö asrs, aguis, loois) kannte.Hippokrates hat den Gegenstand vom ärztlichen' Standpunkte aus geistvollund ausführlich behandelt. Er handelt zuerst von den Städten, die denwarmen Winden auSgesetzt lägen, d. i. von allen denen, welche ihre offeneSeite, sozusagen ihr Gesicht, gegen Südost, Süd und Südwest gerichtethatten, beschreibt die Beschaffenheit ihres Wassers und ihren Gesundheits-zustand. Dann geht er zum Gegenteil über, zu den Städten, die den kaltenWinden ausgesetzt seien, zu den gegen Nordwest, Nord und Nordost gelegenen,und verfährt hier ebenso. Einen dritten Abschnitt widmet er den zwischenNordost und Südost und den zwischen Nordwest und Südwest gelegenenund hat es auch hier vorzüglich mit dein Wasser und dem Gesundheits-zustände zu thun. Auf das erste kommt er wiederholt zurück. Das Wasser,das aus der Höhe von Erdhügeln herabkommt und nicht von Felsen, istdas beste, besonders wenn sich die Quellen nach Osten hin öffnen, derMorgensonne entgegen, oder noch besser nach Nordosten. Die gesundesteLage haben nach Hippokrates die nach Osten hin gerichteten Städte, undein Stadium sll,l85 I-ms mache in der Anlage, sagt er, einen großenUnterschied. Die Autorität eines solchen Mannes ist bei der Anlage vonStädten gewiß berücksichtigt worden. Aristoteles erwähnte seiner schon obensVII, 4, § 3) als des „großen" ArzteS xar sxeellsnes. Über die Örtlich-keit baulicher Anlagen vergleiche Xe'nophon, Memorabi'lien III, 8, ß 9.