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4 (1895) Politik
Entstehung
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389
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Siebentes Buch. Viertes Kapitel.

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4. Allein selbst zugegeben, daß das numerische Verhältnis dasUrteil hier zu bestimmen habe, so kann doch keineswegs die zu-fällige Menge zur Richtschnur desselben dienen denn es könntenja Staaten eine große Anzahl Sklaven, Schutzgenossen und Fremderzu enthalten vielleicht gezwungen sein; sondern nur die Menge der-jenigen, welche einen Teil des Staates bilden und aus welchen erals aus seinen wesentlichen Gliedern besteht. Die überwiegende An-zahl dieser ist das Merkmal eines großen Staates, während derStaat, welcher eine große Anzahl Lohnarbeiter, aber wenige Schwer-bewaffnete zu stellen vermag, unmöglich ein großer sein kann; dennein großer Staat und ein volkreicher sind nicht eins und dasselbe.

5. Aber auch das erweisen die Thatsachen der Erfahrung klar,daß es schwer, vielleicht unmöglich ist, daß ein zu volkreicher Staatsich eines guten gesetzlichen Zustandes erfreue. Wenigstens sehen wir,daß kein Staat, der im Rufe eines trefflichen Verfassungslebens steht,das ziellose Anwachsen seiner Volksmasse gestattet hat. Selbst derAusdruck Wohlgesetzlichkeit führt als ein zuverlässiger Führer zu der-selben Wahrheit. Denn das Gesetz ist eine gewisse Ordnung, undWohlgesetzlichkeit ist notwendig Wohlgeordnetheit, eine übermäßiggroße Anzahl aber erlaubt keine Ordnung. Nur die Kraft der Gott-heit allein, welche ja auch dieses All zusammenhält, tritt ordnend undbildend in ungcmessener Ausdehnung auf, in welcher das Schöne sichin Menge und Größe alltäglich offenbart. ^ Daher muß auch einStaat, dem neben der Bestimmung der Größe auch noch die an-gegebene zukommt, in diesem Falle der schönste sein.

6. Aber es gibt in der That auch für die Staaten ein gewissesMaß der Größe, so gut wie für alle anderen Dinge, für Tiere, Pflanzen,Werkzeuge. Keins von diesen wird bei übermäßiger Kleinheit oderbei übermäßiger Größe die Fähigkeit besitzen, seiner Bestimmung zuentsprechen, sondern es wird seine Natur in dem einen Falle gänzlicheinbüßen und in dem andern schlecht bestellt sein. Ein spannenlangesFahrzeug z. B. wird gar kein Fahrzeug mehr sein, ebensowenig eins,was zwei Sta'dien s370irrj lang wäre, mährend dagegen ein anderes

I. In diesem Sinne scheint der hier verdorbene Text wieder hergestelltwerden zu müssen.