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Aristoteles Politik.
Viertes Kapitel.
Nachdem wir dies als Einleitung vorausgeschickt und über dieanderen Verfassungen oben gehandelt haben, beginnen wir die Unter-suchung der übrigen Fragen zuerst damit, daß wir erklären, welcheErfordernisse für einen Staat, dessen Zustand nach Wunsch sein soll,vorausgesetzt werden müssen. Denn unmöglich kann die beste Ver-fassung verwirklicht werden ohne angemessene äußere Ausstattung.Wir sind daher befugt, als Wünschende eine Menge von Voraus-setzungen zu machen, doch darf sich darunter nichts Unmöglichesbefinden. Solche Voraussetzungen sind z. B. eine gewisse MengeBürger und ein Landgebiet von gewissem Umfange.
2. Diese sind das Material, und wie dies den Werkleutenüberhaupt, z. B. dem Weber, dem Schiffbauer in angemessenerBeschaffenheit für seine Arbeit vorliegen muß, — und je besser dieQualität desselben ist, um so vollkommener muß das Erzeugnis ihrerKunstfertigkeit geraten — so darf auch dem Staatsmann und demGesetzgeber das notwendige Material in seiner angemessenen Qualitätnicht fehlen. Zur stofflichen Ausstattung eines Staates gehört aberdie Menschenmasse, und es fragt sich: wie groß soll ihre Zahl sein, undwelche Eigenschaften sollen ihnen von Natur zukommen, und ebensoin betreff des Landgebietes, wie groß und wie beschaffen soll es sein?
3. Die meisten glauben nun, der glückselige Staat müsse großsein. Ist diese Meinung richtig, so verrät sie die Unkenntnis darüber,welcher Staat für groß und welcher für klein zu halten ist. Mansetzt da in seinem Urteil den großen in die numerisch große Zahlseiner Bewohner, während man nicht auf die Zahl, sondern auf dieinnere Kraft derselben sehen sollte. Denn auch der Staat hat eineAufgabe zu erledigen, und man hat daher denjenigen für den größtenzu halten, welcher diese Aufgabe am vollkommensten zu lösen ver-mögend ist, gerade so wie wir Hippo'krates den Arzt und nicht denMenschen größer nennen werden als ein Individuum, das sich durchseine Körperlänge auszeichnet.