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4 (1895) Politik
Entstehung
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387
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Siebentes Buch. Drittes Kapitel.

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ein solcher Mann nicht bloß Tugend besitzen, sondern auch diejenigeMacht, infolge deren er nach außen hin wirksam sein kann.

5. Allein wenn dies richtig und die Glückseligkeit erfolgreicheThätigkeit ist, dann ist im allgemeinen für jeden Staat und für deneinzelnen das beste Leben das thätige. Aber es ist nicht notwendig,daß das thätige Leben bloß darein gesetzt werde, andere zu bestimmen,wie einige meinen, auch sind keineswegs bloß diejenigen Gedankenpraktisch, die auf die Erzielung äußerlicher aus dem Handeln hervor-gehender Erfolge gerichtet werden, sondern in weit höherem Gradesind es diejenigen Forschungen und Betrachtungen, welche ihrenZweck in sich selbst tragen und um ihrer selbst willen angestelltwerden? Denn auch hier ist erfolgreiche Thätigkeit Zweck, somitauch That überhaupt, und der herrschende Sprachgebrauch, der auchbei den nach außen gehenden Handlungen die That recht eigentlichdem geistigen Urheber beilegt, ist in seinem Rechte.

6. Ebensowenig dürfen aber auch solche Staaten, die sich zuisolieren und ein dieser Abgeschlossenheit angemessenes Leben zu führenvorgezogen haben, für unthätige gelten. Denn auch in ihnen kann dieseinnere Thätigkeit sich aller Teile bemächtigen, bei dem Reichtums dergegenseitigen Beziehungen und Verbindungen, welche die Teile einesStaates miteinander eingehen, ähnlich wie auch bei jedem einzelnenMenschen dasselbe der Fall ist? Auch stünde es sonst schlimm umdie Gottheit und um das Weltganze, die doch außer ihrer eigenen,in ihnen ruhenden keine nach außen gehenden Thätigkeiten haben.

Daß also das beste Leben sowohl für jeden einzelnen Menschenals auch für die Staaten und die Menschen im Verein ein und das-selbe sein müsse, ist einleuchtend.

7. Die Erhabenheit und einfache Größe dieses Gedankens erhebt sichhoch über das Bewußtsein der modernenPraktiker", denen das ErreichendeS EinzelerfolgeS alles, die Beschäftigung mit dem Allgemeinen unpraktisch,d. h. nichts, ist. Der größte Denker des Realen ist dagegen anderer Meinungund zeigt in diesem seinem Denken die Tiefe und Frische eines wahrhaftstärkenden Idealismus.

8. Wir haben hier denselben Gedanken, dessen schönste Form zu findenerst dem Dichter Vorbehalten war in dem wundervollen:

..Wie alles sich zum Ganzen webt.

Eins in dem andern wirkt und lebt!"

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