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Aristoteles, Politik.
zusammen, daß, wenn man unter dem planlosen Nebeneinander dermeisten gesetzlichen Einrichtungen, wie man es in den meisten Staatenantrifft, einmal auf eine Anordnung stößt, welche die Richtung derGesetze auf einen Zweck verrät, dieser Zweck dann immer die Unter-jochung der Nachbarn ist. So bezieht sich in Lakedäünon und Kre'tadie Erziehung und der größte Teil der Gesetze auf den Krieg; ebensosteht bei allen fremden Nationen, welche stark genug sind, andere zuunterwerfen, die Kriegsfähigkeit in hohem Ansehen, wie bei denSkythen, Perswn, Thrakern und Kelten.
6. Za in einigen Staaten feuern bestimmte Gesetze zur Erwer-bung dieser kriegerischen Tugend an, wie in Karthckgo, wo man dieAuszeichnung erhält, so viel Ringe zu tragen, als man Feldzüge mit-,gemacht hat; und nach einem alten Gesetze in Makedonien mußte, wernoch keinen Feind erlegt hatte, die Halfter um den Leib gegürtet tragen.Bei den Skythen durfte bei einem gewissen Feste, wer noch keinenFeind erlegt hatte, den umkreisenden Becher nicht trinken. Bei demkriegerischen Volke der Zbe'rer ferner pflanzt man um das Grab desgefallenen Kriegers so viel Spitzsäulen, als er Feinde getötet hat.Und so ist noch bei anderen vieles dergleichen teils in Gesetzen, teilsin Gebräuchen erhalten.
7. Und doch erscheint es bei näherer Betrachtung wohl sehrungereimt, wenn darin die Hauptaufgabe des Staatsmannes bestehensollte, daß er auszumitteln verstände, wie man die Nachbarn, sei esmit oder wider ihren Willen, in Zwingherrschaft halten könnte. Dennwie kann das zum Wesen des Staatsmannes oder des Gesetzgebers ge-hören, was ja selbst nicht einmal gesetzmäßig ist? Gesetzmäßig aber istes gewiß nicht, auf eine nicht gerechte oder g^ geradezu auf ungerechteWeise zu herrschen; die Oberhand gewinnen kann man freilich, auchohne das Recht auf seiner Seite zu haben.
8. Aber auch (von der Politik abgesehen,) bieten die anderenWissenschaften nichts dem Ähnliches dar. Weder der Arzt noch derSteuermann stellen sich zur Aufgabe, ihre Patienten oder Passagierezu überreden oder zu zwingen. Aber es scheint, die meisten Menschenhalten die Kunst der unumschränkten Herrschaft für die Politik undschämen sich nicht, dasjenige, was ein jeder, wenn es ihn betrifft, wederfür gerecht noch für nützlich hält, gegen andere auszuüben. Bei