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Aristoteles, Politik
alsfürdieStaa ten im allgemeinen ist dasjenige, in wel-chem die Tugend auch mit äußeren Gütern so Weit ausge-stattet ist, daß dadurch eine thätige Teilnahme an schönenund guten Handlungen möglich wird? Einwendungen hier-gegen zu beleuchten, müssen wir bei der gegenwärtigen Untersuchungunterlassen und uns auf eine andere Gelegenheit Vorbehalten, wennjemand von dem Gesagten noch nicht überzeugt sein sollte.
Zweites Kapitel.
1. Ist die Glückseligkeit jedes einzelnen Menschen und die einesStaates ein und dieselbe oder nicht? Diese Frage wäre nun zuuntersuchen. Auch hier ist die Antwort klar; denn von allen Seitendürfte man sich positiv dafür erklären, daß sie dieselbe sei. Wer dasGlücklichleben des einzelnen in den Reichtum setzt, der wird auch denganzen Staat, wenn er reich ist, glücklich preisen; wem der Macht-besitz eines Tyrannen als das höchste gilt, wird auch den Staat denglückseligsten heißen, der über die meisten Unterthanen herrscht; werendlich den Einzelnen wegen seiner Tugend gelten läßt, der wird aucheinen Staat für um so glückseliger achten, je mehr Tüchtigkeit in dem-selben ist.
2. Aber hier tauchen eben zwei Fragen auf, die zu untersuchensind. Die erste ist: Verdient das Leben als Bürger und Mitglied desStaatsverbandes oder das Leben als Fremder, das Leben des vomStaatsbande umschlungenen Einzelnen den Vorzug? Zweitens fragtsich: Welche Verfassung und Staatsordnung, möge nun die Teilnahmean ihr allen erwünscht sein oder mit Ausschluß einiger doch denmeisten, ist die beste? Nur dies letztere gehört eigentlich in den Be-
2. Vergleiche unten Kap. 12, Z 2. Man denke an das GoethescheWort:
Nachdem einer ringt,
Also ihm gelingt,
Wenn Manneskraft und Hab'
Ihm Gott zum Willen gab.