Siebentes Buch. Erstes Kapitel.
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herrlich sind, auch noch nützlich zu nennen. Überhaupt ist klar, daß,wenn wir zwei Dinge in ihrer vollkommensten Verfassung mitein-ander vergleichen wollen, um dadurch die Überlegenheit des einen gegendas andere zu erkennen, das Urteil sich unmittelbar nach dem Werteder verglichenen Dinge an sich richten wird, denen wir jene Eigen-schaften selbst beilegten. Mithin, wenn die Seele sowohl an sich alsfür uns etwas Höheres ist als äußerer Besitz und als der Körper, somuß auch zwischen der vollkommensten Verfassung eines jeden dieserDinge dasselbe Verhältnis stattfinden. Ferner sind alle solche äußerenGüter dem Naturgesetze zufolge nur im Interesse der Seele wünschens-wert, und nur in dieser Hinsicht sollen vernünftige Menschen danachtrachten, nicht umgekehrt.
5. Daß nun also einem jeden von der Glückseligkeit nur so vielzufällt, als ihm Tugend und Einsicht und ein diesen beiden Eigen-schaften gemäßes Handeln zukommt, das sei für uns völlig ausgemacht,und wir wollen für diese Wahrheit zum Zeugen die Gottheit nehmen,welche gewiß glücklich und glückselig ist, aber dies durch kein äußeresGut, sondern rein durch sich selbst und durch die Beschaffenheit ihresWesens. Und hierin liegt der Grund des notwendigen Unterschiedeszwischen Glück und Glückseligkeit. Die Güter, welche außerhalb derSeele liegen, fallen uns nämlich durch Ungefähr und Zufall zu, abergerecht und sich selbst beherrschend ist niemand vom Zufall oder durchZufall. Hieran schließt sich der auf denselben Gründen beruhendeSatz: daß auch der vollkommenste Staat derjenige ist, welcher glück-selig ist und dem es wohl ergeht. Gut gehen aber kann es durch-aus niemand, der nicht das Gute thut. Ein gutes (schönes)Werk verrichtet aber weder ein Mensch noch ein Staat ohne Tugendund Einsicht, zumal da Mut, Gerechtigkeit und Einsicht beim Staateganz dieselbe Form und Bedeutung haben, wie bei jedem Einzelnen,welchem der Besitz dieser Tugenden das Prädikat eines gerechten, ein-sichtsvollen und sich beherrschenden Menschen gibt.
6. So viel sei als Vorwort zu unserer Untersuchung voraus-geschickt. Denn diese Sätze ganz unerwähnt zu lassen, ging ebenso-wenig an, als sie nach allen Seiten hin ausführlich zu behandeln, weildas in einen andern Vortrag gehört. Hier stehe uns nur so viel fest:Das besteLeben sowohl für das Individuum im befandern,