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4 (1895) Politik
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Aristoteles, Politik.

Einteilung allein niemand bezweifeln, daß die drei Arten von Gütern,welche es gibt, äußere, körperliche und geistige, der Glückselige allezusammen in sich vereinigen müsse. Denn kein Mensch würde wohldenjenigen glückselig nennen, der kein Teilchen Mannesmut, Mäßigung,Gerechtigkeit und Einsicht besäße, der sich vielmehr vor den vorbei-summenden Fliegen fürchtete, der sich bei aufsteigender Freß- und Sauf-lust keiner Sache, und wäre sie auch die widerwärtigste, enthaltenkönnte, der um einen Vierling seine liebsten Freunde verriete und ebensoam Verstände so schwach und groben Täuschungen unterworfen wäre,wie ein Kind oder ein Wahnwitziger.

3. Allein während über diese Dinge, sobald sie ausgesprochenwerden, alle einer Meinung sind, so weichen sie doch darin vonein-ander ab, wieviel von diesen Dingen zur Glückseligkeit erforderlichsei, und welchem Gute der höhere Wert zukomme. An Tugendmeint ein jeder ein hinlänglich großes Teil zu besitzen, wenn er auchnoch so wenig hat, dagegen ist er bemüht, seine Überlegenheit anReichtum und Vermögen, an Macht und Ruhm und dergleichen mehrins Unendliche zu vermehren. Dieser Klasse von Menschen wollenwir indessen bemerken, daß sie sich hierüber mit leichter Mühe schondurch die Thatsachen vergewissern und mit ihren sichtlichen Augendavon überzeugen können, daß die Tugenden nicht durch die äußerenGüter, sondern die letzteren durch die ersteren erworben und erhaltenwerden, und daß die Glückseligkeit des Lebens, setze sie der Menschnun in den Genuß oder in die Tugend oder in beides zugleich, weitmehr solchen zu teil wird, welche sich durch Bildung des Geistes undHerzens auszeichnen, während sie mit äußeren Gütern nur mäßigausgestattet sind, als. solchen, welche von diesen letzteren zwar mehrals nützlich besitzen, an jenen aber Mangel leiden.

4. Aber auch die theoretische Betrachtung der Sache führt mitLeichtigkeit zu derselben Wahrheit. Die äußeren Güter haben eineGrenze, wie jedes andere Werkzeug, und es liegt in der Natur einerjeden nützlichen Sache, daß ein Übermaß derselben ihrem Besitzerentweder schaden muß oder ihm wenigstens keinen Nutzen gewährt.Dagegen liegt es in der Art aller geistigen Güter, daß, je mehr siegesteigert werden, sie um so nützlicher sind wenn es hier überhauptzulässig ist, diese Güter des Geistes, die im Grunde nur schön und