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Aristoteles, Politik.
dennoch leichter zu erreichen, als diejenigen, welche die Ge-walt, um ihren Vorteil durchzusetzen, in Händen haben, zubewegen, der Wahrheit Gehör zu geben. Denn immer ver-langen nach Gleichheit und Gerechtigkeit die Schwächeren,die Starken machen sich gar nichts daraus?
Zweites Kapitel.
Von den vier Demokratien, welche es gibt, ist, wie wir in denfrüheren Untersuchungen gesagt Habens diejenige die beste, welche inunserer Aufstellung der verschiedenen Arten derselben die erste war,auch ist sie von allen die älteste. Ich nenne sie die erste in dem Sinne,wie man auch unter den verschiedenen Arten der Bevölkerung, die eineGemeinde bildet, eine die erste nennen kann. Eine solche ist die acker-bautreibende; daher denn auch überall eine Demokratie zu gründenmöglich ist, wo die Menge von Ackerbau oder Viehzucht lebt. Einsolches Volk hat, weil es kein großes Vermögen besitzt, keine Zeit zuhäufigen Volksversammlungen. In seiner Sorge sich das Not-wendige zu erarbeiten, ist es eifrig hinter seinem Tagewerke her,kümmert sich nicht gern um fremde Angelegenheiten und hat größereLust an seiner Arbeit, als an Staatsangelegenheiten und Regierung,wofern nicht die Staatsämter etwa großen Gewinn bringen, nachwelchem die große Masse der Menschen mehr trachtet, alsnach Ehre. Aus diesem Grunde ließen sie sich die alten Tyrannen-herrschaften ebenso gefallen, wie sie heute die Oligarchieen ertragen,wenn man sie nur ungestört ihrem Geschäft nachgehen und ihr Eigen-tum ungeschmälert läßt; denn unter diesen Bedingungen wird einTeil von ihnen bald reich, und der andere arbeitet sich aus demMangel heraus.
9. Vortrefflich wird das Bewußtsein durch die Verse Goethe's gekenn-zeichnet:
„Gewalt und Geld, Geld und Gewalt, daran kann ich mich freuen;Gerecht- und Ungerechtigkeit, das sind nur Lumpereien!"
1. Vergl. oben Buch IV, Kap. 4 und 7.