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Aristoteles, Politik.
leitet, daß die Natur zu gewissen Zeiten ganz schlechte und aller Er-ziehung trotzende Menschen hervorbringe, worin er vielleicht nicht so
gelehrtesten sein könne, wo man am wenigsten wisse. Auch Schleiermachersuneigennützige, strenge, mit äußerster Vorsicht zu Werke gehende Unter-suchung schließt in den Anmerkungen zu seiner Übersetzung (Platons Werkevon Schleiermacher dritten Teiles erster Band, S. 586—596, wo dieAkten über die ganze Sache eingesehcn werden können) mit dem Geständ-nis der Unlösbarkeit derselben ab. Glücklicherweise ist das, was wir hierwahrscheinlich nicht mehr wissen können, nicht von großem Interesse. Dennniemals ist eine für daS Geschlecht der Menschen tief eingreifende Wahr-heit verloren gegangen, wenn sie einmal klar ausgesprochen war. DieEnergie einer solchen ist so groß, ihre Wirkungen sind so unmittelbar, sonotwendig, von so undurchdringlicher, unzerstörbarer Kontinuität, daß voneinein Verlorengehen, veranlaßt durch irgend eine Äußerlichkeit, nicht dieRede sein kann. Ist der Ausspruch der Wahrheit aber dunkel bis zur Un-verständlichkeit, so ist das ein sicheres Zeichen, daß wir es nur mit einemVersuch, mit einem in der Tiefe arbeitenden Hervorwollen, das bei großenWahrheiten von dem Ohr des Geistes manches Mal freilich wie fernerunterirdischer Donner gehört wird, daß wir es, im günstigsten Falle, dabeinur mit dem Johanneischen „Vorläufer" zu thun, die Messiasgabe der vollenWahrheit also noch zu erwarten haben. Was wir aber von der Plato-nischen Stelle, zu der die Wörter der Aristotelischen Politik eine wenigerklärende Erklärung abgeben, noch verstehen können, ist nicht ohne Interesse.Wir wollen demnach dem Leser in der Kürze mitteilen, um welche Sachees sich handelt, was wir von derselben aufgeben müssen, und was wir vonihr noch entnehmen können, womit dann dasjenige, was zur Aufhellung desAristotelischen Textes geschehen kann, sich im wesentlichen erledigt.
Nachdem Platon den besten Staat und den Bürger des besten Staatesentwickelt hat, stellt er sich die Aufgabe, die von der Natur des bestenStaates, der eigentlichen Aristokratie, immer mehr und mehr abweichendenVerfassungsformen zu beschreiben. Es ergibt sich, daß auf die erste undbeste, die Aristokratie, nun folgen: Timokratie, Oligarchie, Demo-kratie und zuletzt Tyrannis. Und wie er zuerst bei der Untersuchungüber das Wesen der Gerechtigkeit es aufgegeben hat, sic im Individuumzu suchen, vielmehr sie im Staate betrachten will, „weil die größere Schriftlesbarer sei", so schlägt er jetzt den umgekehrten Weg ein und ermittelt dasIndividuum, welches der einer jeden Staatsform gemäßeste Ausdruck ist,das Individuum, in welchem eine jede dieser Staatsformen persönlich wird.Für die Aristokratie war nun der gute und gerechte Mann gefunden wor-den, und ebenso ergibt sich für die Timokratie, die schon eine Entartung