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4 (1895) Politik
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Aristoteles, Politik.

aber nicht lächerlich abergläubisch erscheinen. Personen, die sich inirgend einer Sache auszeichnen, muß er so ehren, daß sie nicht hoffenkönnen, von ihren Mitbürgern bei freier Verfassung jemals größereEhre zu erlangen. Und diese Ehrenauszeichnungen verleihe er selbstund lasse die Strafen dagegen durch andere obrigke itliche Personenund durch Gerichte vollstrecken.

16. Jede monarchische Regierung schützt sich, wenn sie folgendeallgemeine Regel befolgt: keinen einzelnen groß zu machen, sondernwenn überhaupt, lieber mehrere, weil sich dann diese mehreren unter-einander beobachten werden. Kann aber der Herrscher nicht umhin,einen einzelnen groß zu machen, so sei es wenigstens kein kühnerCharakter; denn ein solcher ist zu jeder gewaltsamen Unternehmungam allerehesten fähig. Scheint es nötig, einem die ihm verlieheneMacht zu entziehen, so thue er es nach und nach und gehe nichtsogleich damit vor, ihm alle Gewalt auf einmal wegzunehmen.

17. Der Tyrann muß sich ferner aller beschimpfenden Gewalt-thätigkeit enthalten und besonders zwei Arten derselben auszuübenvermeiden: körperliche Mißhandlung und Mißbrauch jugendlicherSchönheit. Vorzüglich aber hat er hier bei ehrliebenden PersonenVorsicht nötig, weil tugendhafte und auf ihre Ehre etwas haltendeMänner eine Ehrenkränkung ebenso schmerzlich empfinden, als dieGeldliebenden eine Schmälerung ihres Vermögens. Daher enthaltesich der Herrscher dieser Dinge entweder ganz oder er gebe sich denSchein, daß, wenn er züchtigt, er dies in väterlicher Absicht und nichtaus Geringschätzung thue. Zn seinen Liebesverhältnissen zur Zugendscheine er nur der Liebesleidenschaft Raum zu geben und verfahrenicht als Gebieter und suche überhaupt alles, was als Ehrenkränkungangesehen werden kann, durch Verleihung größerer Ehren aufzu-wiegen.

18. Unter denen, die dem Tyrannen ans Leben wollen, sinddiejenigen am furchtbarsten und erheischen ganz besondere Über-wachung, welche sich aus ihrem Leben gar nichts machen, wenn nurder Tyrann das seine lassen muß. Er muß daher am meisten vorsolchen auf der Hut sein, welche entweder sich selbst oder die ihnenam Herzen Liegenden für schimpflich beleidigt achten. Denn wer